Nasdaq schafft sich drittes Standbein in Europa
Die New Yorker Technologiebörse Nasdaq schafft sich nach den USA und Japan nun auch in Europa ein Standbein.
Wie die US-Technologiebörse am Dienstag in Paris mitteilte, wird sie die Mehrheit an der Brüsseler Computerbörse Easdaq übernehmen, die künftig unter dem Namen "Nasdaq Europe" firmieren soll. Ziel sei die Schaffung eines "pan-europäischen Marktes, der mit den anderen Weltmärkten verbunden ist". Die Easdaq war 1996 nach dem Vorbild der Nasdaq gegründet worden und sollte jungen und innovativen Unternehmen einen Börsengang in Europa erleichtern.
In einem ersten Schritt werde die Nasdaq 58 Prozent an der europäischen Computerbörse übernehmen, erklärte die Nasdaq. Nach einer Kapitalerhöhung solle der Nasdaq-Anteil "um die 51 Prozent" liegen. Notwendig sei noch die Zustimmung der Easdaq-Aktionäre, die in den kommenden Tagen erfolgen solle.
Liffe und Nasdaq wollen zusammen Aktien-Futures anbieten
Die US-Technologiebörse Nasdaq und der Londoner Terminmarkt Liffe haben eine Partnerschaft für den Handel von Aktien-Futures angekündigt. Wie die beiden Gesellschaften mitteilten, sei die Gründung einer amerikanischen Tochter geplant, die Futures-Kontrakte auf die Titel ausgewählter internationaler Konzerne anbietet. Gehandelt werde über die elektronische Liffe-Plattform "Connect", über die bereits 30 Futures auf internationale Aktien angeboten werden.
Nasdaq und Liffe greifen mit der Partnerschaft der geplanten Änderung der Börsenregularien in den USA vor, wo ab Ende dieses Jahres der bisher nicht genehmigte Handel mit Aktien-Futures erlaubt werden soll.
Die transatlantische Partnerschaft eröffne beiden Partnern neue Möglichkeiten und verschaffe ihnen eine gute Position, indem sie Investoren in den USA und Europa eine Handelsplattform auf dem neuesten Stand der Technik bieten könnten, sagte Nasdaq-Chef Frank Zarb. Den weiteren Angaben zufolge wollen die beiden neuen Partner Verbindungen zu europäischen Clearing-Häusern aufbauen, um die Effizienz für ihre Kunden zu steigern. Weitere Details zu den Kooperation teilten Nasdaq und Liffe zunächst nicht mit.
Die Londoner Terminbörse will nach eigenen Angaben die Zahl der von ihr angebotenen Aktien-Futures auf 40 erhöhen. Täglich würden derzeit durchschnittlich etwa 5000 Kontrakte über Connect gehandelt, hieß es weiter.
"Die Stärke der Marke Nasdaq und ihre herausragende Stellung auf dem US-Aktienmarkt werden unser Angebot an Aktien-Futures zu einer überzeugenden Auswahl sowohl für Kleinanleger als auch für institutionelle Investoren in Amerika, Europa und anderswo machen", sagte Brian Williamson, Chairman der London International Financial Futures and Options Echange (Liffe).
Börsenkenner werteten dies auch als Zeichen dafür, dass die Liffe mit der Nasdaq-Partnerschaft wohl auch einen höheren Umsatz auf ihre Connect-Plattform ziehen wolle. Auch wurde die Kooperation als weiterer Schritt beim Zusammenwachsen der internationalen Marktplätze gewertet. Jüngst hatten erst die American Stock Exchange (Amex) und die Dreiländer-Börse Euronext eine Zusammenarbeit bei börsengehandelten Fonds vereinbart.
Ein Sprecher der deutsch-schweizerischen Eurex, dem nach eigenen Angaben weltgrößten Terminmarkt, wollte die Allianz von Liffe und Nasdaq nicht kommentieren. Die Eurex bietet nach eigenen Angaben keine Aktien-Futures an, da ihre Kunden in Befragungen kein Interesse an diesen Finanz-Produkten gezeigt hätten, hieß es. Die Eurex wäre aber jederzeit in der Lage, Aktien-Futures anzubieten, wenn der Markt dies wünsche, sagte der Sprecher. Bei einem Aktien-Future erwirbt ("call") oder verkauft ("put") man an einem bestimmten Datum eine Aktie zu einem vorher festgelegten Kurs. Anders als bei Optionen, wo lediglich das Recht zum Kauf oder Verkauf von Papieren gehandelt wird, müssen Future-Kontrakte ausgeübt werden.
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