Bei Erstanmeldung werden Handys noch heuer teurer

Die Zeiten der spottbilligen Einsteigerhandys gehen zu Ende: Die Unternehmen planen, die Subventionen für die Endgeräte drastisch zu reduzieren. Vor allem Prepaid-Kunden müssen in Zukunft mit mehr Kosten rechnen.
Ein Handy um 990 Schilling oder gar gratis, zusätzlich noch ein Gesprächsguthaben, eine Uhr oder gar ein Zweithandy? Die Methoden, mit denen in den vergangenen Jahren die Zahl der Neukunden auf eine derzeitige Penetration von etwa 76 Prozent gesteigert werden konnte, sorgten für Kopfschütteln. Für jeden Neukunden blätterte ein Netzbetreiber rund 5000 S hin, um ihn an sein Netz binden zu können. Alle vier Betreiber haben im Vorjahr insgesamt vier Milliarden Schilling investiert, um mit subventionierten Handys Kunden anzulocken. Dieses Marketing-Budget wird heuer radikal gekürzt. Die Folge: Handys werden wieder teurer. Ein Trend, der nach Deutschland auch Österreich erfasst.
„In diesem Maße kann es nicht mehr weiter gehen“, sagt Mobilkom-Sprecherin Elisabeth Mattes. „Wir werden in absehbarer Zeit die Preise für die Erstanmeldungs-Handys wieder anheben.“ Man müsse den Geräten wieder den Wert zurückgeben, den hochtechnisierte Produkte eben haben.
Die Konkurrenz sieht die Sache ähnlich: „Wir schließen uns dieser Linie an“, bestätigt One-Sprecherin Alexandra Schreiber. Österreich sei eines der wenigen Länder in Europa, in denen es sowohl günstige Geräte als auch günstige Tarife gibt. „Beides zusammen kann es langfristig nicht mehr geben.“ Es wird weiterhin günstige Tarife, dafür aber teurere Handys geben. „Auf Grund der annähernden Marktsättigung spielt die Subventionierung von Endgeräten eine geringer werdende Rolle“, sagt auch max.mobil. Ein weiterer Mitgrund für das Anheben der Handy-Preise seien GPRS und UMTS. Für beide Systeme benötigen Mobilkom, max.mobil & Co. zusätzliche Budgetmittel für den Netzaufbau und neue Services.
Wie teuer die Handys künftig werden, wollen die Betreiber derzeit noch nicht sagen, man kann aber – je nach Modell – um bis zu 2000 bis 3000 Schilling zusätzlich ausgehen. „Man wird für ein Handy sicherlich nicht den vollen Neupreis zahlen müssen“, sagt Mobilkom-Sprecherin Mattes, „man wird es aber um einen ,guten Preis‘ erhalten.“
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