Freitag, 30. März 2001

Reformpaket "in Grundzügen" beschlossen

Der angeschlagenen deutsche Unterhaltungsgerätehersteller Grundig wird seine gesamte Fernsehgeräteproduktion nach Wien verlagern. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigt, dass ein diesbezügliches Reformpaket im Aufsichtsrat "in Grundzügen" beschlossen wurde.

Der angeschlagenen deutsche Unterhaltungsgerätehersteller Grundig wird seine gesamte Fernsehgeräteproduktion nach Wien verlagern. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Freitag bestätigt, wurde ein diesbezügliches Reformpaket gestern Abend im Aufsichtsrat "in Grundzügen" beschlossen. Demnach sollen in Deutschland rund 900 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Allein im Grundig-Werk Nürnberg-Langwasser, das bisher einen wesentlichen Teil der TV-Produktion innehatte, sollen nach seinen Angaben knapp 600 Arbeitsplätze gekürzt werden. Im Werk Bayreuth sei die Streichung von 150 Stellen geplant. Die Konzernzentrale soll jedoch in Nürnberg verbleiben. Aus Protest haben am Freitag rund 300 Beschäftigte im Werk Nürnberg spontan die Arbeit niedergelegt. Mit Trillerpfeifen machten sie vor der Nürnberger Filiale der Deutschen Bank ihrem Ärger Luft.

Für Österreich-Standort eine "positive Sache"
Grundig Austria-Geschäftsführer Herbert Mraz zeigt sich angesichts der Entscheidung erfreut. Dies ist für den heimischen Standort eine "positive Sache", sagte Mraz. Der beschlossene Restrukturierungsprozess müsse nun in kurzer Zeit umgesetzt werden. Details und ein genaues Konzept zur Produktionsverlagerung seien jedoch erst in Ausarbeitung. Sicher sei jedoch, dass Grundig Austria neue Mitarbeiter einstellen werde.

30.3.2001 13:49