Sonntag, 1. April 2001

Sportgericht wird Spieler und Klubschefs venehmen

Die Disziplinarkommission des italienischen Fußballverbandes (FIGC) beginnt am Montag in Rom ihre Untersuchungen über Klubchefs und Spieler, die in den Sog des Passfälschungs-Skandals geraten sind.

Unter Verdacht stehen sieben Teams der Serie A (Inter, Milan, Udinese, Bari, Parma, Napoli, Roma) und mehr als 40 Spieler. Prominenteste betroffene Spieler sind die Brasilianer Aldair, Cafu (beide Roma) und Amoroso (Parma) sowie die Argentinier Chamot, Guglieminpietro (beide Milan), Almeyda (Parma) und Zanetti (Inter).

Zu den Betroffenen zählt auch der Uruguayer Alvaro Recoba, Torjäger von Inter Mailand. "Ich bin kein Krimineller. Ich bin ruhig, weil ich mit gutem Gewissem gehandelt habe. Ich bin aber stärkstem Druck ausgesetzt, seit über fünf Monaten leide ich unter dieser Situation, was für einen Spieler nicht leicht ist. Ich bin kein Dieb, ich bin nur ein Mensch, der Fußball spielen will", so Recoba.

Neben dem Sportgericht beschäftigen sich derzeit auch sieben Staatsanwaltschaften in Italien mit den gefälschten Fußballer-Pässen. Der argentinische "Internationale" Juan Sebastian Veron von Meister Lazio steht in Rom bereits vor Gericht. Er ist zusammen mit Lazios Klub-Präsident Sergio Cragnotti wegen seines angeblich durch gefälschte Dokumente über italienische Vorfahren erschlichenen italienischen Passes wegen Urkundenfälschung und Betrug angeklagt.

Bei einer Verurteilung könnte Lazio sogar die Aberkennung des Meistertitels drohen. Der Prozess gegen Veron wird am Dienstag fortgesetzt. Im Internet-Gespräch mit seinen Fans erklärte sich der Argentinier wegen seiner Verwicklung in den Skandal verbittert und bereit, 2002 nach Spanien zu wechseln. Veron hofft auf einen Transfer zu Real Madrid.

1.4.2001 16:08