ManU und Bayern spielen am 18. April im Nou Camp

Die Maul- und Klauen-Seuche hat jetzt auch den Spitzenfußball erwischt. Völlig überraschend wurde am Samstagabend das Hinspiel in der Champions League zwischen Manchester und dem FC Bayern von der Uefa abgesagt.
Grund: In einer MKS-Eilentscheidung hatte das Britische Gesundheitsministerium eine Platzsperre gegen das Old Trafford verhängt. Da eine schnelle Verlegung nicht möglich war, kommt es nun am 18. April in Barcelona zum "Endspiel" auf neutralem Boden. mehr...
"Old Trafford" liegt unmittelbar an Grenze zu Gewerbegebiet
Ein Ministeriumssprecher begründete die Entscheidung damit, dass in der Nähe des United-Heimstadions eine Wurstfabrik liegt. In dieser Produktionsstätte wurde in den letzten Tagen bei einigen geschlachteten Tieren die Maul- und Klauen-Seuche (MKS) festgestellt.
Ausweichplatz nicht zu bekommen
Aufgrund der kurzfristigen Absage ist es den Verantwortlichen von Manchester nicht möglich in ein anderes Stadion auszuweichen, zumal auch das Stadion von Nachbar-Klub Manchester City von der Sperre betroffen ist, die für einen Radius von 10 Meilen (ca. 16 Kilometer) gilt.
Gesundheit und Sicherheit gehen vor
Der Trainer von Manchester United, Alex Ferguson, und Präsident Martin Edwards zeigten Verständnis für die Entscheidung. "Gesundheit und Sicherheit gehen nun einmal vor", so Ferguson.
Bayern-Manager Hoeneß "total überrascht"
Uli Hoeneß wurde von dieser Nachricht "total überrascht". Aber auch der Manager des FC Bayern zeigte für die konsequente Haltung der Gesundheitsbehrden Verständnis.
"Ich kann die Entscheidung verstehen. Ich bin selber Besitzer einer Wurstfabrik und ich kann mich in die Lage der Engländer versetzen", erklärte Bayern-Vize Karl-Heinz Rummenigge.
Eilsitzung der Uefa
Zunächst wurde die Angelegenheit vom englischen Landwirtschaftsministerium als "top secret" behandelt. Lediglich die EU-Kommission die betroffenen Vereine und die Uefa wurden informiert. UEFA- Präsident Lennart Johansson (i.B.) berief am Samstag gegen 21 Uhr eine telefonische Sondersitzung der obersten Spiel-Kommission ein. Die Zeit eilte.
Am 18. April sollte bereits das Rückspiel im Münchner Olympiastadion stattfinden. Die Halbfinal-Hinspiele sind für den 1. und 2. Mai 2001 terminiert. "Ich hatte mich spontan für eine Verlegung des Spiels um eine Woche entschieden", so Johansson, "musste mich aber eines Besseren belehren lassen: Die Briten können eine Platzfreigabe nicht garantieren, und auch die TV-Sender sehen sich nicht in der Lage, ihre Programmplanung so kurzfristig über den Haufen zu werfen."
Entscheidung nur durch ein Spiel!
Hin und her wurde diskutiert zwischen den Mitgliedern der Uefa-Kommision - bis es zu dem sensationellen Beschluss kam, die Entscheidung übers Weiterkommen in einem Spiel auszutragen. Ein Novum in der Europapokal-Geschichte.
"Wir haben es uns nicht leicht gemacht", so das Kommisionsmitglied des DFB, Gerhard Mayer-Vorfelder, der telefonisch aus Stuttgart zugeschaltet war, wo er zuvor die Niederlage seines VfB gegen den 1. FC Köln mit ansehen musste.
"Ich habe sofort die Vereine informiert", sagte Johannsson. Und schon tauchte das nächste Problem auf: "ManU-Präsident Edwards konnte den Kommisions-Beschluss nachvollziehen. Hat aber sofort angekündigt, gegen ein Entscheidungsspiel in München Protest einzulegen."
Noch einmal glühten die Telefondrähte in Europa, bis die endgültige Entscheidung stand: "Wir sind zu dem Entschluss gekommen, das Spiel am 18. April in Barcelona austragen zu lassen", gab Johannson auf einer eiligst einberufenen Presse-Konferenz bekannt.
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