Teamchef: "Wir stehen gut da"

Von Euphorie kann im österreichischen Lager nach dem 2:1-Sieg am Mittwochabend vor 24.000 Zuschauern im Wiener Happel-Stadion gegen Israel zwar keine Rede sein. Doch die Chance, zum achten Mal die Qualifikation für eine Fußball-WM-Endrunde zu schaffen, die lebt. Was Baric noch sucht: Treffsichere Stürmer!
Der angepeilte zweite Platz hinter den wohl nicht zu fassenden Spaniern in der Europa-Gruppe sieben, der im November Barrage-Spiele gegen einen anderen Gruppen-Zweiten zur Folge hätte, wurde mit dem zweiten Sieg bei zwei Remis erobert und könnte in den noch ausständigen vier Spielen aus eigener Kraft erfolgreich verteidigt werden.
"Wir haben eine Mannschaft, können alle zusammen atmen", stellte der "sehr glückliche" Otto Baric einen Tag nach dem Erfolg zufrieden fest. Das Verhältnis zwischen Trainern und Spielern wäre ideal. Das Team hätte Charakter, halte zusammen, befolge die taktische Marschrichtung und lasse sich auch durch einen 0:1-Rückstand nicht mehr aus dem Rhythmus bringen. Eine Meldung vor dem Spiel, er könnte bei einer Niederlage zurücktreten, wies der ÖFB-Teamchef weit von sich: "Das war für mich absolut kein Thema und hat mich noch mehr motiviert."
Der letzte Pass funktioniert noch nicht
"Gegen die Israeli haben wir das unglückliche Eigentor von Michael Baur, der dann ein Supertor machte, weggesteckt, die Elfer-Situation dank Wohlfahrt überstanden und sind dann verdient mit 2:1 in die Pause gegangen", meinte Baric. Sieht man von den zwei Situationen in der Anfangsphase ab, so hatten die Österreicher in den ersten 45 Minuten ihre Fans an diesem bitterkalten Abend mit einer sehenswerten Angriffsleistung, Tempo, Aggressivität und Siegeswillen total beherrscht, nur der letzte Pass und der Abschluss funktionierten nicht wie erhofft.
Stürmer gesucht
Dass nun schon fünf Länderspiele in Folge kein Stürmer ein Tor gemacht hat (Baric: "Wir haben im Angriff Probleme, Mayrleb war gestern nicht so gut, aber ich glaube dennoch an ihn, Haas hat aber dann seine Sache recht gut gemacht") ist allerdings nicht zu übersehen. Stürmer gesucht, ist daher nach wie vor ein Thema, "aber wo finden?". Ein junger Schachner sei weit und breit nicht in Sicht.
Bercoviz war kaum zu decken
Den Rückfall nach der Pause begründete Baric einerseits damit, "dass wir das 2:1 halten wollten" und anderseits mit dem schweren Spiel am Samstag in Sarajewo, während die Israeli mit einem perfekt spielenden Bercoviz, der kaum zu decken war, einige gute Szenen hatten und auch zwei, drei Mal gefährlich waren, "frisch" gewesen wären.
Punkt auch in Tel Aviv möglich
Möglich, dass vielleicht Siege in den Heimspielen (25. April in Innsbruck gegen Liechtenstein und am 5. September in Wien gegen Bosnien) zur Verteidigung des zweiten Platzes reichen könnten (Baric: "Warum sollen wir aber in Tel Aviv keinen Punkt machen?"). Dann hätte Österreich 14 Zähler auf dem Konto und Israel hat in Sarajevo und daheim gegen Spanien noch lange nicht gewonnen.
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