SP reagiert "mit sehr großer Gelassenheit"

Neue Probleme für die SP-Niederösterreich: Nach dem Rücktritt von Karl Schlögl als SP-Chef droht die Volkspartei nun mit Neuwahlen.
Einer der engsten Vertrauten von Landeshauptmann Erwin Pröll, Klubobmann Klaus Schneeberger, meint, er sieht durch die anhaltenden Turbulenzen in der SPÖ "den erfolgreichen Weg Niederösterreichs gefährdet. Das ist der Grund, warum innerhalb unseres Klubs der Ruf laut wird, den Wähler vorzeitig entscheiden zu lassen". Regulärer Wahltermin ist das Frühjahr 2003.
Grund: Risse im VP-SP-Arbeitsabkommen
Hintergrund: Seit Monaten sind in der nö. Landhauskoalition - ÖVP und SPÖ verbindet seit 1998 ein Arbeitsübereinkommen - Risse erkennbar. Für dicke Luft sorgten zuletzt vier Ampel-Abstimmungen im Landtag. Rotblaugrün hatten sich etwa zu den Themen Nebenbahnen und Gendarmerieposten-Sperre formiert.
Schneeberger fordert Heidemarie Onodi - die Nachfolgerin des zurückgetretenen SP-Chefs Karl Schlögl - auf, Ordnung zu schaffen "damit ihre Partei wieder ein verlässlicher Partner wird." Für ihn sei die SPÖ zuletzt weder berechenbar noch bei der Sache gewesen.
SPÖ reagiert gelassen
SP-Klubobmann Ewald Sacher reagierte in einer Aussendung: "Die Niederösterreichischen Sozialdemokraten sehen den Neuwahl-Vorstoß der Niederösterreichischen Volkspartei mit sehr großer Gelassenheit. Die Befragung des Wählers über die politische Arbeit ist für die SPÖ niemals eine Drohung, sondern eine demokratische Verpflichtung."
VP-Annäherung an FP?
SP-Landesparteigeschäftsführerin Karin Kadenbach meinte, "offensichtlich will die Pröll-VP auch im Bundesland Niederösterreich die schwarzblaue Wende". Die jüngsten Aussagen von Schneeberger fügten sich jedenfalls nahtlos in das Bild einer in den letzten Monaten bemerkbaren Annäherung von ÖVP und FPÖ im NÖ Landtag ein.
