Sonntag, 1. April 2001

Wahlausgang: 76 % glauben an Einfluss der Sparpolitik

Die Einmischung des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider (F) in den Wiener Wahlkampf hat mehrheitlich die Wähler "eher gestört". Ebenso glauben mit 76 Prozent mehr als Drei-Viertel der Wiener Wähler, dass die Sparpolitik der Bundesregierung den Ausgang der Gemeinderatswahl am 25. März "eher beeinflusst" hat.

Und 64 Prozent sehen im Wahlausgang eher einen Erfolg von Bürgermeister Michael Häupl (S). Aus einer vom IFES-Institut im Auftrag der Wiener SPÖ durchgeführten repräsentativen Nachwahlanalyse geht ferner hervor, dass die Partei "signifikant" bei den jungen Wählern zugelegt und auch einen Großteil der Arbeiter wieder in ihre Reihen zurückgeholt hat.

78 % froh, dass mit Ausländerfeindlichkeit nicht gepunktet werden konnte
66 Prozent der Befragten stimmten der Frage "eher" zu, ob sie die Einmischung Haiders gestört hat. Ganze 78 Prozent stimmten ebenfalls eher zu, dass man mit ausländerfeindlichen Parolen und Antisemitismus zum Glück keinen Staat machen kann. Während sich 56 Prozent mit dem Ausgang der Wahlen "zufrieden" zeigen, sind 21 Prozent "nicht zufrieden". Der Rest der Befragten äußerte sich indifferent. Und nicht weniger als 86 Prozent würden sich wieder gleich entscheiden.

Wahlmotive "Abfuhr" für die FPÖ und Denkzettel für die Bundesregierung
Stärkstes Wahlmotiv waren der Analyse zufolge Sachthemen: So haben 41 Prozent der Wähler Themen wie Verkehr oder Bildung "sehr beeinflußt". Für je 34 Prozent war eine allgemeine Zufriedenheit ebenso eine Motivation wie eine "Abfuhr" für die Freiheitlichen. 26 Prozent wollten der Bundesregierung einen Denkzettel verpassen.

Wählerentschluss stand schon länger fest
Interessant auch die Frage nach dem Zeitpunkt zu dem die Wähler schon ihre Entscheidung für eine der Parteien getroffen haben: 78 Prozent nannten "schon lange vor der Wahl", 14 Prozent "in den letzten beiden Wochen" und nur acht Prozent erst "am Sonntag selbst".

1.4.2001 18:35