Freitag, 30. März 2001

Oppositionsführer fordert Siedler-Räumung aus Hebron

Mit einem Generalstreik und Protestaktionen begehen die israelischen Araber am Freitag den "Tag der Erde". Israels Polizei befindet sich seit den frühen Morgenstunden in erhöhter Alarmbereitschaft.

Am alljährlichen "Tag der Erde" protestieren die israelischen Araber gegen die israelische Politik der Beschlagnahme arabischen Landes. Aus Solidarität mit der arabischen Bevölkerung in Israel waren auch die Palästinenser in Ostjerusalem, dem Westjordanland und Gaza-Streifen zu einem Generalstreik aufgerufen.

Nach den moslemischen Freitagsgebeten waren am Mittag zahlreiche Protestmärsche geplant. Die Palästinenser in den Selbstverwaltungsgebieten hatten den Freitag wieder zum "Tag des Zorns" erklärt. Mit den Protestmärschen und Gedenkveranstaltungen soll auch an 13 israelische Araber erinnert werden, die im vergangenen Oktober bei Demonstrationen von der israelischen Polizei erschossen wurden.

Der linksliberale Oppositionsführer Jossi Sarid vom Meretz-Bündnis hat am Freitag gefordert, die jüdischen Siedler sofort aus der geteilten Stadt Hebron im Westjordanland auszuweisen. In Hebron leben etwa 600 fanatische jüdische Siedler unter rund 120.000 Palästinensern. Siedlerangriffe auf israelische Soldaten hatten in den vergangenen Tagen für große Empörung in Israel gesorgt. Sarid sagte: "Leute, die die Hand beißen, die sie beschützt, die Hand von Polizisten und Soldaten, können nicht normal sein. Wer die Juden dort nicht ausweist, bringt Gefahr über sich, nicht nur in den Palästinensergebieten, sondern in der gesamten Region."

Nach den tödlichen Schüssen eines palästinensischen Scharfschützen auf ein zehn Monate altes Baby jüdischer Siedler in Hebron am Montagabend hatten aufgebrachte Siedler immer wieder versucht, in den palästinensischen Teil der Stadt einzudringen. Als Soldaten sie daran hinderten, spuckten und beschimpften die Siedler sie wiederholt.

30.3.2001 12:28