Mittwoch, 28. März 2001

Gipfeltreffen in Amman

Die Staats- und Regierungschefs der Arabischen Liga haben auf ihrem ersten Gipfeltreffen ihre Solidarität mit den Palästinensern bekundet. Zugleich kritisierten sie Israel scharf.

Der syrische Präsident Baschar el Assad, dessen Land lange ein gespanntes Verhältnis zum palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat hatte, erklärte in Amman seine Unterstützung für den seit einem halben Jahr andauernden Aufstand (Intifada). "Wir stehen an eurer Seite bei der Errichtung eines palästinensischen Staats mit Jerusalem als Hauptstadt und wir unterstützen eure Intifada", sagte er.

Assad kritisierte die israelische Gesellschaft für den Wahlsieg des rechten Ariel Scharon. "Um die Realität des kommenden Friedens zu kennen, ist es wichtig, die Realität der israelischen Straße zu kennen", fuhr er in Abweichung von seinem Redemanuskript fort: "Es ist eine rassistische Gesellschaft, sie ist rassistischer als der Nationalsozialismus." Wie Assad unterstützten alle Redner des Abends die palästinensische Politik. Arafat forderte finanzielle Unterstützung ein.

Einen ungewöhnlichen Vorschlag machte der libysche Revolutionsführer Muammar el Gaddafi, dessen Rede auf eigenen Wunsch nicht wie die anderen direkt vom Rundfunk übertragen wurde. Gaddafi schlug Israels Aufnahme in die Arabische Liga vor, wie ein arabischer Diplomat berichtete. Dafür müsse Israel bestimmte Voraussetzungen erfüllen, darunter der Rückzug aus Ostjerusalem und den im Sechstagekrieg 1967 eroberten arabischen Gebieten.

28.3.2001 10:07