AKW erhöhte Leistung auf 40 Prozent

Das südböhmische Atomkraftwerk Temelin hat in der Nacht auf Montag die Leistung des ersten Reaktorblocks erhöht. Er wurde Sonntag Abend nach Reparaturarbeiten an der Turbine wieder an das Stromnetz angeschlossen. Eine neues Studie warnt vor Temelin: Es ist "so gefährlich wie 100 AKW zusammen".
Zu diesem alarmierenden Ergebnis, was die Sicherheit des umstrittenen südböhmischen Atomkraftwerks Temelin betrifft, kommt jetzt eine deutsche Studie: Zwar sei die Wahrscheinlichkeit einer Freisetzung von Radioaktivität in großem Umfang bei modernen Kernkraftwerken insgesamt gering, das AKW Temelin sei aber so gefährlich wie 100 Kernkraftwerke zusammen. Die Studie wurde am Montag in Linz präsentiert. Vom Beauftragten des Landes Oberösterreich für grenznahe Atomanlagen, Radko Pavlovec.
Pavlovec war auch der Auftraggeber der Studie, die von dem Atomsicherheitsexperten Helmut Hirsch aus Hannover erstellt wurde. Im Zusammenhang mit der "Wahrscheinlichkeit schwerer Unfälle" bei Atomkraftwerken kommt Hirsch zu dem Schluss: "Im Hinblick auf das Potenzial für Katastrophen mit weiträumigen Auswirkungen geht von Temelin etwa die gleiche Gefährdung aus wie von 100 modernen Kernkraftwerken zusammen". Die prognostizierte Häufigkeit der Freisetzung von radioaktiven Stoffen liege im Fall des AKW Temelin "nahezu beim Zehnfachen des empfohlenen Wertes für laufende Anlagen", so Hirsch in der Studie.
AKW erhöhte Leistung auf 40 Prozent
In Temelin steigt nach dem neuerlichen Hochfahren des Reaktors die Nervosität. Selbst die Medien im Land sparten am vergangenen Wochenende nicht mit Kritik und berichteten, dass selbst tschechische Atomexperten in Temelin zweifeln, ob die Turbine jemals volle Leistung erreichen werde. Das Kraftwerk liefert zur Zeit 250 Megawatt Strom, erklärte Temelin-Sprecher Milan Nebesar.
"Zur Zeit werden die Tests an der Turbine sowie weiteren Einrichtungen des sekundären Kreislauf fortgesetzt. Die Leistung des Reaktors wurde in der Nacht auf 40 Prozent erhöht", bestätigte Nebesar. Am Sonntag Abend gegen 20.30 Uhr war Temelin nach einer dreitägigen Pause wieder ans Netz angeschlossen worden. Der Reaktor soll nun, entsprechend der Genehmigung der Staatlichen Behörde für atomare Sicherheit (SUJB), bis auf 55 Prozent seiner Gesamtkapazität hochgefahren werden.
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