MTV verbannt ihr neues Video in die Nacht

Diashow Madonna
Den abgebrühten MTV-Bossen stockte der Atem. Man war zwar einiges gewohnt von der Pop-Ikone, die schon im Like-a-Prayer-Video einen schwarzen Christus küsste, sich mit Stigmata zeigte und so für einen Medienskandal sorgte. Aber das
Gegen ihr aktuelles Werk unter der Regie von Ehemann Guy Ritchie wirkt der 89er-Aufreger wie nonnentaugliche Unterhaltung: Im brandheißen Clip zu Madonnas nächster Single "What It Feels Like for a Girl" zieht die zweifache Mom eine Spur des Verbrechens durch Los Angeles.
MTV reagierte entsprechend: Die für vergangenen Donnerstag geplante Weltpremiere platzte, der Inhalt wurde streng geheim gehalten.
Im Motel stylt sich Madonna im hautengen, dunkelblauen Mechaniker-Overall zur sexy Gangsterbraut und klaut wie Nicolas Cage in Gone in 60 Seconds einen knallgelben, schwer aufgemotzten Pontiac Firebird (Kennzeichen „Pussy Cat“). Zwischenstopp im Altersheim: Eine betagte Co-Pilotin wird eingeladen und zur Crash-Tour am Sitz festgezurrt – und dann legt das Material Girl nicht gerade Like a Virgin los.
Raubüberfall & Mord. Zuerst rammt Madonna die voll besetzte Limo einer Straßengang und quetscht sie an eine Hausmauer; Mutti am Beifahrersitz erstarrt zur Salzsäule.
Dann wird Bares gecheckt: Mittels Elektroschocker beraubt sie einen Passanten am Bankomaten. Vor den Augen zweier Polizisten demoliert Madonna in der Folge am Hamburger-Drive-In alle parkenden Autos und bedroht die Cops mit einer (Spritz-)Pistole. Mit Höchstgeschwindigkeit rast sie davon – direkt in eine Gruppe von Street-Hockey-Spielern. Einer wird wie eine Puppe über die Motorhaube geschleudert.
An einer Tankstelle klaut sie das nächste Auto, überfährt auf der Flucht dessen Besitzer, jagt sicherheitshalber alles in die Luft. Mit gefälschten Ausweisen ausgestattet, beginnt die finale Fahrt. Sie endet tödlich: Mit Vollgas wickeln sich Madonna und die Oma im feuerroten Firebird in Superzeitlupe frontal um einen Laternenpfahl – da hilft kein Airbag und kein Gurt mehr bei diesem irren Crash.
Guy Ritchie sieht sein Erstlingswerk für die Angetraute sogar mystisch verklärt und rätselhaft: „Die Antworten auf alle Fragen zum Video finden sich in der griechischen Mythologie.“
Den ersten Blick auf das Opus erhascht die Welt dennoch nur im Netz: Am 21. 3. um 5.30 Uhr morgens geht das Werk via AOL erstmals an die Öffentlichkeit. MTV und VH1 ziehen 18 Stunden später nach: MTV zeigt den What-It-Feels-Like-for-a-Girl-Clip erstmals Mittwoch um 23.30 Uhr.
Die besten Szenen aus dem neuen Video zeigt TV-MEDIA in seiner neuen Ausgabe.

