Aber kein Abschied von Wien

Diashow: Gedeon Burkhard
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Gedeon Burkhard in seiner 7. und letzten Kommissar-Rex-Staffel (Heute Abend: ORF 1, 20:15 Uhr). Im TV-MEDIA-Interview sagt er, warum er geht, wie man ihn hätte halten können und warum er sich trotz fehlender Verträge auf die Zukunft freut.
TV•MEDIA: Ihre Rex-Bilanz nach drei Jahren und 43 Folgen?
Burkhard: Ich gehe mit einem weinenden Auge, weil man selten so ein traumhaftes Team findet. Dieser Hund und seine Trainer sind absolute Weltklasse in ihrem Fach, das bin ich ja nicht. Für mich war das, wie mit Sean Connery zu drehen. Dennoch war die Zeit einfach reif, aufzuhören.
TV•MEDIA:: Wie kam dieser Entschluss?
Burkhard: Ich habe mich gefragt: Macht es dir noch Spaß? Gehst du gern zur Arbeit? Das konnte ich nicht mehr vorbehaltlos bejahen, weil mir zu wenig Zeit blieb, andere Dinge zu tun. Film ist meine Leidenschaft, ich träume von tollen Rollen, in denen ich Figuren entwickeln kann. Diesen Raum hat man bei 45 Minuten pro Folge nicht. Die Person Alexander Brandtner bot keine Herausforderung diesbezüglich mehr.
TV•MEDIA: Hätte es eine Chance gegeben, dass Sie Kommissar Rex erhalten bleiben?
Burkhard: Hätte man sich entschlossen, statt nur 45 Minuten 90 Minuten lange Folgen zu drehen und das nur viermal im Jahr, wäre ich geblieben. Denn dann hätte ich auch Zeit gehabt, nebenbei Filme zu drehen. Das habe ich versucht, aber der Stress war unerträglich.
TV•MEDIA: In Ihrer Abschiedsstaffel wurde zunehmend mit Action- und Stuntszenen gearbeitet. Eine Belastung?
Burkhard: Natürlich ist es strapaziös, wenn man zum zehnten Mal mit einem 42 Kilo schweren Hund aus einem Flugzeug springt. Aber in Wahrheit habe ich den Peter (Anm.: Hajek) darum gebeten, viele Stunts einzubauen: Das ist toll, wenn man sich abends auszieht und mit blauen Flecken prahlen kann!
TV•MEDIA: Sie haben noch keine fixen Engagements. Plagen Sie nach dem Rex-Erfolg Zukunftsängste?
Burkhard: Nein, als Schauspieler lebt man immer so, und es war eher die Ausnahme, nun drei Jahre lang genau zu wissen, was passiert. Nach meinem letzten Dreh Anfang Dezember habe ich Auszeit genommen und zwei Castings gemacht, aber es war noch nichts Passendes dabei. Ich liebe es, mich nicht sicher zu fühlen. Nicht zu wissen, was morgen ist, finde ich wahnsinnig spannend. Es ist die Würze im Leben, auf die ich mich freue.
TV•MEDIA: Was ist Ihr Traumziel als Schauspieler?
Burkhard: Rollen mit Tiefgang, Egal ob TV oder Kino. Wenn mir morgen Luc Bondy ein Angebot macht, sage ich natürlich auch zum Theater nicht nein. Aber warum sollte er das tun?
TV•MEDIA: Für Rex kamen Sie von Hollywood nach Wien. Ist eine Rückkehr geplant?
Burkhard: Nein, das ist nicht geplant. Ich mache lieber einen guten Film in Deutschland als einen schlechten in Hollywood.
TV•MEDIA: Bleiben Sie Wien und der Partyszene erhalten?
Burkhard: Es ist ein Abschied von Rex, kein Abschied von Wien. Ich habe diese Stadt und ihre Menschen wirklich lieben gelernt, so ein Flair findet man kaum anderswo. Aus beruflichen Gründen werde ich meinen Hauptwohnsitz zwar nach München verlegen, aber mein Wohnung in Wien behalte ich auf jeden Fall.
TV•MEDIA: Es gibt auch eine neue Frau an Ihrer Seite?
Burkhard: Da gibt es nichts zu beichten. Obwohl Kinder und Familie mein größtes Glück wären. Aber so etwas muss passieren, das lässt sich nicht planen.
TV•MEDIA: Genießen Sie Ihr umschwärmtes Star-Dasein?
Burkhard: Ich sehe mich nicht als Star. Das ist eine Definition meiner Umwelt. Natürlich ist es schön, Bestätigung von außen zu bekommen, aber diese Erfahrung macht jeder Mensch, wenn ihm Tolles gelingt.
TV•MEDIA: Was halten Sie vom neuen Ermittler-Duo Alexander Pschill und Elke Winkens?
Burkhard: Darüber ist wirklich genug gesagt worden, da braucht es nicht auch noch meine Meinung. Ich finde die Diskussion aber positiv, weil Rex damit im Gespräch ist, und es kann doch nichts Besseres passieren, als dass man zum Sendestart darüber spricht.

