Donnerstag, 22. März 2001

Befürchtungen um europäische Konjunktur

Der Euro ist wegen der anhaltenden Sorge vor einem Konjunkturabschwung in der Euro-Zone und Verlusten an den Aktienmärkten am Donnerstag auf ein neues Drei-Monats-Tief unter 89 US-Cents Dollar gefallen. Auch das britische Pfund fiel zur US-Devise auf ein 3,5-Monatstief unter 1,42 Dollar.

Der Dollar sei stark nachgefragt, weil die Anleger wegen der anhaltenden Talfahrt an den amerikanischen und europäischen Aktienmärkten den Dollar als sicheren Anlagehafen nutzten.

Der unerwartet starke Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex Westdeutschland am Vortag sowie eine Herunterrevision des französischen Wachstums hätten außerdem Furcht vor einer Konjunkturabschwächung in der Euro-Zone ausgelöst. Dazu hätten die Äußerungen von EZB-Präsident Wim Duisenberg den Euro belastet, der am Mittwochabend die abwartende geldpolitische Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt hatte.

"Der Euro hat einen Schlag abbekommen, weil der Markt jetzt die Reaktion der EZB auf den schwachen Ifo-Index beobachtet", sagte Kamal Sharma, Währungsexperte von der Commerzbank in London.

Der Euro fiel auf 0,8865 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 19. Dezember 2000. Der Dollar hatte zuvor bereits zum Yen ein neues 22-Monatshoch von knapp 124 Yen erreicht. In Frankfurt lag der marktführende Deutsche Aktienindex zur gleichen Zeit ebenso wie die Börsen in London und Paris rund 2,5 Prozent im Minus. Auch der Werte aus ganz Europa umfassende Dow Jones Euro Stoxx schwächte sich gut 2,5 Prozent ab. Aktienhändler begründeten die Kursverluste mit den schlechten Vorgaben der Wall Street, wo der Dow Jones am Vorabend mit einem Rückgang von mehr als zwei Prozent den tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht hatte.

22.3.2001 11:15