Donnerstag, 22. März 2001

Neue Anhörung für den 10. April geplant

Im Streit um Napster soll ein Gericht über den Einsatz eines neutralen Aufsehers für das Angebot des Unternehmens beraten. Pikantes Detail: Mit einer neuen Software will die Plattenindustrie getarnt wie ein "Trojaner" die Zugriffe der User sammeln.

Bezirksrichterin Marilyn Hall Patel wolle voraussichtlich durch einen Außenstehenden überprüfen lassen, ob die Tauschbörse die zum Monatsbeginn verhängten Auflagen zum Urheberrechtsschutz tatsächlich einhalte, sagte Klägeranwalt Howard King am Mittwoch (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP in San Francisco. Das Gericht setzte demnach eine Anhörung für den 10. April an. King vertritt in dem Fall die US-Rockband Metallica und den Produzenten des Rappers Eminem, Dr Dre.

Plattenfirmen und Künstler unter der Führung des US-Musikindustrieverbandes RIAA hatten Napster wegen Verletzung von Urheberrechten verklagt, weil die Internet-Plattform des Unternehmens einen kostenlosen Tausch von Musikstücken verschiedener Nutzer im digitalen MP3-Format ermöglicht. Über die Website können Musikstücke mit einer speziellen Software aufgespürt und gratis heruntergeladen werden.

Napster hatte zuletzt auf Anordnung des Gerichts ein Filtersystem gestartet, mit dessen Hilfe 135.000 von der Industrie angegebene Titel gesperrt werden sollen. Das Unternehmen musste indes zuletzt einräumen, es komme mit der Sperrung der geschützten Stücke nicht nach.

Musikindustrie will angeblich User ausspionieren

Laut dem US-Online-Magazin "7amnews.com" scheinen Plattenfirmen eine neue Waffe gegen die vernetzte Piraterie von Musiktiteln gefunden zu haben: den "Media Tracker".

Die Software-Applikation "Media Tracker" soll sich als Klient von Tauschbörsen wie Napster und Gnutella tarnen und Daten von "Urheberrechtsverletzungen" sammeln.

22.3.2001 18:33