Europaweit von US-Konjunkturschwäche nicht verschont

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet nach den Worten seines Präsidenten, Horst Köhler, in diesem Jahr mit einem Wachstum der Weltwirtschaft von 3,4 Prozent.
"Der IWF wird in seinem neuen World Economic Outlook für dieses Jahr ein globales Wachstum von 3,4 Prozent prognostizieren, verglichen mit 4,8 Prozent im vergangenen Jahr", so Köhler in einem Interview. Diese Wachstumsprognose sei kein Absturz, da diese erwartete Wachstumsrate dem Durchschnitt der der vergangenen zwei Jahrzehnte entspreche. Die Wahrscheinlichkeit für eine tiefe Rezession in den USA und eine weltweite Krise bezifferte Köhler auf weniger als 25 Prozent.
Die Europäer würden nicht von der US-Konjunkturschwäche verschont, warnte Köhler. "Dennoch steht Europa, auch Deutschland, heute besser da als am Anfang der neunziger Jahre." Mit der Wirtschaftsunion und durch den Euro hätten die Europäer den Strukturwandel vorangebracht und ihre Wettbewerbsposition verbessert. "Sie haben aber eindeutig nicht genug getan, um von den USA die Rolle der Weltwachstumslokomotive zu übernehmen."
Der IWF wird seinen halbjährlichen Weltwirtschaftsausblick Ende April vorlegen. Im vergangenen September hatte der Fonds für 2001 ein globales Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziert. Bereits vor einer Woche hatte ein hochrangiger IWF-Mitarbeiter in Washington gesagt, für 2001 werde ein Wachstum von 3,5 Prozent und für das nächste Jahr von 4,0 Prozent erwartet.

