Nachdenken über neue Einkaufswege

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Auch die Hamburgerkette McDonald's bekommt die BSE-Krise zu spüren: Das Umsatzplus in den ersten drei Monaten bleibt weit hinter den Erwartungen zurück.
"Unsere Zuwachsprognose für erste Quartal ist nicht eingetreten", sagte der Vorstandsvorsitzende der McDonald's Deutschland Inc, Gerd Raupeter, am Dienstag in München, ohne Zahlen zu nennen. Für das Gesamtjahr rechne er aber wegen neuer Filialen mit einem leichten Umsatzzuwachs. McDonald's Deutschland hatte die Erlöse im vergangenen Jahr um 5,7 Prozent auf 4,47 Mrd. DM (2,3 Mrd. Euro/31,4 Mrd. S) gesteigert. Allerdings hatte der Konzern ursprünglich ein zweistelliges Umsatzplus prognostiziert.
Angesichts des erschütterten Vertrauens der Verbraucher in Fleischprodukte denke die Fast-Food-Kette über neue Wege beim Einkauf nach, sagte Raupeter. "Derzeit entwerfen wir Modelle für Kooperationen mit Fleischerzeugern." Über langfristige Abnahmevereinbarungen wolle der Konzern so mehr Einfluss auf die Haltung und Fütterung der Tiere bekommen. "Durch solche langfristigen Kooperationen können wir in etwa fünf bis sechs Jahren vielleicht die Hälfte unseres Bedarfs decken", sagte Einkaufsvorstand Michael Gerling.
Der Anteil klassischer Rindfleisch-Produkte im Angebot der Fast-Food-Kette sei in den letzten Monaten zurückgegangen, sagte Gerling. So hätten Hamburger, Big Mäc und Co. im Jahresdurchschnitt 2000 noch mehr als die Hälfte des Angebots ausgemacht, in den ersten zwei Monaten 2001 sei ihr Anteil jedoch auf 33 Prozent zurückgegangen. Vor allem Fisch und Geflügel hätten dafür stark zugelegt. Diese Umstellung habe McDonald's allerdings "vor dem Hereinbrechen der BSE- Katastrophe" beschlossen. Derzeit steige der Verbrauch von Rindfleisch-Produkten wieder an und vermutlich bis Ende des Jahres werde sich ihr Anteil wieder dem alten Niveau annähern.
McDonald's plane in diesem Jahr bundesweit die Eröffnung von 80 neuen Filialen, kündigte Vorstandschef Raupeter an. Er rechne weiterhin mit ungebremstem Wachstum bei der Zahl der Restaurants. Künftig denke man auch an die Erschließung neuer, unkonventioneller Standorte. "Wir reden über große U-Bahn-Stationen in Berlin. Da gibt es tolle Möglichkeiten." Derzeit gebe es 1091 Restaurants, die täglich von rund 1,92 Millionen Gästen besucht würden. Etwa 60 Prozent der Restaurants würden von Franchise-Nehmern betrieben, der Rest direkt von der Company. Im vergangenen Jahr ließ jeder Bundesbürger durchschnittlich 60 DM in den Fast-Food-Läden des US- Konzerns.

