Dienstag, 20. März 2001

Audi trotzt den Prognosen

Weltweit herrscht Flaute auf den Automärkten, doch Audi will auch im laufenden Jahr auf Rekordkurs bleiben. "Wir sind optimistisch für Audi, aber nicht für den Gesamtmarkt", sagte Audi-Vorstandschef Franz-Josef Paefgen am Dienstag in München. Vor allem auf Grund der guten Verkaufszahlen für den Audi A4 rechne der Konzern mit weiteren Steigerungen beim Absatz und Umsatz sowie mit überproportionalem Gewinnanstieg.

Audi will trotz der Abkühlung auf den internationalen Automobilmärkten im laufenden Jahr auf Rekordkurs bleiben. "Wir sind optimistisch für Audi, aber nicht für den Gesamtmarkt", sagte Audi-Vorstandschef Franz-Josef Paefgen am Dienstag in München. Vor allem auf Grund der guten Verkaufszahlen für das absatzstärkste Audi-Modell A4, das Ende 2000 neu eingeführt wurde, rechne der Konzern mit weiteren Steigerungen beim Absatz und Umsatz sowie mit überproportionalem Gewinnanstieg. "Wir werden uns besser als der Markt entwickeln", sagte Paefgen. Für März seien die Absatzsignale ausgesprochen positiv. Im vergangenen Jahr stiegen die weltweiten Audi-Auslieferungen um 2,9 Prozent auf die Rekordhöhe von 653 404 Autos.

Schwungvoller Start ins neue Jahr

Ins neue Jahr ist Audi vor dem Hintergrund sich deutlich verschlechternder Marktprognosen schwungvoll gestartet. Nach vorläufigen Zahlen liegt der Absatz der Marke Audi im ersten Quartal bei etwa 170.000 Autos, rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Auch am Inlandsmarkt zeichnet sich ein Zuwachs in derselben Höhe auf 61.800 ab, nach deutlichem Rückgang im vergangenen Jahr. Die Produktion wurde um 15 Prozent auf 189.100 Einheiten hochgefahren, was Paefgen aber auch mit dem Auffüllen von Lägern begründete. Ohne diesen Sondereffekt habe das Plus bei fünf Prozent gelegen.

"Beim A4 arbeiten wir an der Kapazitätsgrenze", sagte Paefgen. Die Lieferzeiten reichten bei bestimmten Varianten bis zu fünf Monaten. Laut Produktionsvorstand Jochem Heizmann wird sich die Fertigung der A4-Reihe in diesem Jahr in der Größenordnung von 250.000 bewegen. Im Modellwechseljahr 2000 war die A4-Produktion um 8,6 Prozent auf 227.000 zurückgegangen, die gesamte Audi-Fertigung jedoch um vier Prozent auf mehr als 650.000 gestiegen.

Absatz von 50.000 A2 angestrebt

Auch vom neuen kleinen Alu-Kompaktwagen A2 will Audi im laufenden Jahr deutlich mehr absetzen. Nach 20.000 im vergangenen Jahr sollen es 50.000 Autos werden. Der vergleichsweise hohe Preis von mehr als 30.000 Mark schreckt Branchenkennern zufolge noch viele Kunden vom Kauf des A2 ab, der mit der A-Klasse von Mercedes verglichen wird. Der A2-Absatz soll durch Programme, die den Verkauf unterstützen, angekurbelt werden, beispielsweise günstige Ausstattungspakete. "Wir haben mit dem Auto von Anfang an Geld verdient", betonte Paefgen. Bis zur Jahresmitte kommt die Dreiliter-Version auf den Markt.

Rekorde bei Absatz und Umsatz

Im vergangenen Jahr drehte der Konzern trotz Bremsspuren im Inland bei Absatz und Umsatz weltweit Rekordrunden. In Deutschland sank der Audi-Absatz allerdings auch wegen des Wechsels beim A4 um sieben Prozent auf 239.644 Autos. Der Umsatz wuchs erstmals auf mehr als 30 Milliarden Mark. Einschließlich des neu erworbenen italienischen Importeurs Autogerma, der dort die gesamten Marken des VW-Konzerns vertreibt, stiegen die Erlöse von 29,6 auf 39 Milliarden Mark.

Das Ergebnis vor Steuern wurde jedoch auf Grund außerordentlicher Belastung und des Erwerbs der Autogerma, der laut Finanzchef Peter Abele knapp eine Milliarde Mark gekostet hat, um 2,1 Prozent auf 1,6 Milliarden Mark geschmälert. Ausschlaggebend war den Angaben zufolge die vorsorgliche Rückstellung von 251 Millionen Mark für die Altautoentsorgung. Durch eine deutlich geringere Steuerbelastung kletterte das Ergebnis nach Steuern jedoch um 35,5 Prozent auf 859 Millionen Mark. An die VW-Mutter führt die Audi AG (Ingolstadt) 176 Millionen Mark ab, 46 Millionen Mark weniger als im Vorjahr.

20.3.2001 14:47