Joint Venture mit Sitz in Österreich geplant

Die Gerüchte verdichten sich: Spekulationen um einen bevorstehenden größeren Einstieg des deutschen Stromriesen E.ON in der österreichischen Energiewirtschaft - laut Mediengerüchten zunächst bei der EVN, in der Folge auch beim Verbund - erhielten heute, Dienstag, neuen Auftrieb.
Einem deutschen Magazinbericht zufolge bastelt die österreichische Verbundgesellschaft mit der deutschen E.ON an einer Wasserkraftwerks-Ehe.
Wie das Wirtschaftsmagazin "Capital" (Ausgabe 7/2001, 22. März) vorab berichtet, wird E.ON seine Stromproduktion aus Wasserkraft mit der Österreichischen Elektrizitätswirtschafts AG (Verbund) zusammenlegen.
Geplant ist nach "Capital"-Informationen die Gründung eines Joint Ventures mit Sitz in Österreich. Mit einer gemeinsamen Strom-Produktionskapazität von 35,5 Mrd. Kilowattstunden würde damit Europas größter Anbieter von "sauberer Energie" entstehen. Diese Strommenge reiche aus, um drei Städte von der Größe Berlins zu versorgen.
Zur Vorbereitung der "Fusion" seiner "sauberen" Stromproduktion mit dem österreichischen Verbund habe E.ON bereits seine 126 Wasserkraftwerke in eine eigene GesmbH ausgegliedert, schreibt das Magazin weiter.
Aus der Verbundgesellschaft, die zur Stunde gerade ihre Jahres-Hauptversammlung abhält, gab es zu diesem Bericht zunächst noch keine Stellungnahme.
Verbund-Haider: "Könnte eine attraktive Möglichkeit sein"
Eine Zusammenlegung der Wasserkraft-Erzeugungskapazitäten des Verbund mit jenen der deutschen E.ON sei "eine von mehreren möglichen Varianten", sagte Verbund-Vorstandssprecher Hans Haider (Bild) zum "Capital"-Bericht über eine angeblich geplante Wasserkraft-Ehe der beiden Stromriesen.
Der Verbund spreche diesbezüglich mit mehreren Interessenten, die E.ON-Variante "könnte eine attraktive Möglichkeit sein". Es sei aber noch zu früh, etwas Konkretes über mögliche Partner zu sagen, meinte Haider im Anschluss an die heutige Verbund-Hauptversammlung in Wien.

