Expansion in Mittel- und Osteuropa

Der französische Versicherungsriese AXA will in Mittel- und Osteuropa und damit auch in Österreich kräftig wachsen.
Ziel sei es, in Österreich innerhalb der nächsten drei bis sieben Jahre unter die Top 5 der Assekuranzen vorzustoßen, sagte der neue Chef, der im Konzern für Österreich, Ungarn, Liechtenstein und Neue Märkte zuständige Chef der AXA Holding AG, Franz Fuchs, vor österreichischen Journalisten. Dies soll nicht nur durch eigenes Wachstum sondern auch durch Akqusitionen erfolgen.
Im gesamten mittel-osteuropäischen Raum ist geplant, in diesem Zeitraum die Prämien von 4,4 (4,1) Mrd. S (320 Mill. Euro) im Jahr 2000 auf 7 bis 8 Mrd. S zu steigern. Im Visier für Zukäufe habe der AXA-Konzern kleine und mittlere Assekuranzen mit einem Prämienvolumen von 200 Mill. S bis 1 Mrd. S. Es gebe mehrere kleinere und mittlere Gesellschaften, die Kandidaten für Veränderungen seien. Interessant seien für die AXA Unternehmen, die im Personen- und Breitengeschäft tätig sind: "Einen reinen Nischenversicherer im Transportgeschäft würden wir nicht kaufen."
Fuchs sieht für den österreichischen Markt in den kommenden Jahren eine deutliche Konzentration, Assekuranzen würden verschwinden. Von den derzeit rund 70 Gesellschaften würden - vergleiche man mit anderen Ländern - in rund zehn Jahren nur 30 bis 40 Versicherungen am Markt sein.
Der AXA Konzern habe finanziellen Rückhalt und die ausreichende Größe, um Fusionen abwickeln zu können. Zum Thema "Kriegskasse" sagte Fuchs, eine Akquisition sei keine Frage des Geldes sondern der Opportunität und der Business Strategie. Als strategischer Partner lege der große internationale Konzern Wert auf eine Mehrheitsbeteiligung und wolle in die Geschicke des Unternehmens bei dem man eingestiegen sei, auch eingreifen.
Zur Frage einer eventuellen Kooperation im Asset Management mit der UNIQA-Versicherung sagte Fuchs, dass die AXA diese Dienstleistungen anbieten könne, über ein konkretes Offert sei er aber nicht informiert. Das AXA-Investmentmanagement werde in Österreich in Hinkunft aber jedenfalls eine aktivere Rolle spielen als in der Vergangenheit. Als Ziel nannte der neue AXA Holding-Chef für Mittel- und Osteuropa, die Gesellschaft in den kommenden fünf Jahren so stark zu machen, dass sie in Zentraleuropa reüssieren könne.
Das Prämienvolumen in Österreich, Ungarn und Liechtenstein soll 2001 bereits bei 5 Mrd. S (nach 4,3 Mrd. S) liegen. Bei den Neuen Märkten seien zunächst Tschechien, die Slowakei, Kroatien und Polen interessant, die konkreten strategischen Ziele sollen in den kommenden fünf Monaten stehen. Neben Akquisitionen kämen für die Expansion in den mittel osteuropäischen Staaten auch "Greenfield"-Operation in Frage.

