Montag, 19. März 2001

Ericsson-Sanierung verzögert sich

Die Sanierer der defizitären Handy-Sparte des schwedischen Telekom-Ausrüsters Ericsson stehen offenbar vor größeren Problemen als erwartet. Ein für Montag angekündigtes Maßnahmenpaket wurde erst einmal aufgeschoben.

Wie der zuständige Unternehmenssprecher Tomas Stalnert in Linköping der Nachrichtenagentur TT bestätigte, werde an dem Paket mit erwarteten Stellenstreichungen und Betriebsschließungen "noch gearbeitet". Es sei innerhalb der nächsten zwei Wochen zu erwarten.

Ericsson hatte bei einer Gewinnwarnung Anfang des Monats die eigenen Umsatzerwartungen deutlich reduziert und Milliardenverluste für das erste Quartal angekündigt. Nach den bereits im letzten Jahr erwirtschafteten Verlusten beim Verkauf von Mobiltelefonen über umgerechnet 1,9 Milliarden Euro hat der drittgrößte Handy-Produzent der Welt hinter Nokia und Motorola die komplette Fertigung von Mobiltelefonen an den US-Konzern Flextronics ausgelagert.

Die Stockholmer Zeitung "Expressen" berichtete am Montag unter Berufung auf Kreise in der Unternehmensleitung, dass Ericsson ein "strategisches und offensives Maßnahmenpaket" vorlegen will. Dabei werde man deutlich über die ursprünglich geplante Streichung von 1000 Stellen in der Handy-Sparte hinausgehen.

19.3.2001 12:08