Jeder 7. Job im Ausland wird gestrichen

Rotstift wegen Finanz-Problemen - sind auch die Österreich-Filialen betroffen? Der Daewoo-Österreich-Chef beruhigt. Aber der südkoreanische Autokonzern Daewoo Motor sreicht jeden 7. Job im Ausland. Die Zahl der ausländischen Beschäftigten sinkt damit von 46.000 um gut 14% oder 6.500 Stellen.
Die österreichische Handelsorganisation der südkoreanischen Automarke scheint jedoch spätestens nach einem Bericht der internationalen Consultingfirma Arthur Andersen - wie übrigens auch jene von Deutschland - gefährdet zu sein. Der Geschäftsführer von Daewoo Motors Österreich (DMA), Heung-Sup Han hat in einem Brief an die etwa 50 österreichischen Daewoo-Händler beruhigt: Umstrukturierungs-Maßnahmen seien im Laufen, der Österreich-Vertrieb solle "auf jeden Fall eigenständig weiterbestehen".
Arthur Andersen hatte in seinem im Februar erstellten Bericht über den überschuldeten koreanischen Autoriesen die Fokussierung auf Kleinwagen, die Schließung einer koreanischen Fabrik sowie den Rückzug aus den Produktionen in Polen und Indien empfohlen. Daneben sollten die wirtschaftlich nicht tragfähigen Distributions-Töchter in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Kanada und der Slowakei geschlossen werden.
Han bezeichnete dementsprechende Berichte in einem am Freitag an die Daewoo-Händler gerichteten Brief als "vom Wahrheitsgehalt her zweifelhaft" und verwies darauf, dass viele Empfehlungen von Andersen Consulting "bereits durch die Realität überholt" seien. So seien in einigen europäischen Tochtergesellschaften inklusive Österreich bereits "Umstrukturierungsmaßnahmen" im Laufen.
Zur Zeit sind etwa 10.000 Daewoos auf Österreichs Straßen unterwegs. Gemäß österreichischer Neuzulassungs-Statistik wurden in den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres mit 152 Autos etwa ein Drittel weniger verkauft als in den ersten beiden Monaten des Vorjahres.
Daewoo Motor Co. betreibt derzeit 43 Werke, Forschungseinrichtungen und Vertriebszentren im Ausland. Nach Angaben eines Konzernsprechers gab der unter einem riesigen Schuldenberg leidende Hersteller bereits seine Vertriebsnetze in Japan, Hongkong, Thailand und Birma auf.

