Sicherheitsfaden löst sich auf

Schon wieder Ärger mit den neuen Euro-Banknoten: Diesmal löst sich der Sicherheitsfaden eines italienischen Herstellers auf. Davon könnten Banknoten im Nennwert von mehr als einer halben Milliarde Euro betroffen sein.
Das genaue Ausmaß des Schadens stehe jedoch noch nicht fest. Auch die Ursache sei noch ungeklärt. Ein Pariser Banknotenfachmann wollte auch nicht ausschließen, dass es sich um eine "gezielte Diffamierungskampagne der Konkurrenz" handeln könnte. Der Wettbewerb in der Branche werde immer rücksichtsloser.
Das betroffene Mailänder Unternehmen Mantegazza Antonio Arti Grafiche hat sich auf die Herstellung von Sicherheitsfäden und Hologrammen spezialisiert. Es beliefert die staatlichen Banknotenpapier-Hersteller in Italien, Frankreich und Spanien sowie den anglo-französischen Papierkonzern Arjo Wiggins, der wiederum Euro-Banknotenpapier für Belgien, Griechenland, Irland, Österreich und Holland liefert.
Die ersten Probleme seien schon im vergangenen Herbst aufgetreten, heißt es aus italienischen Quellen. Experten der staatlichen Papierfabrik hätten festgestellt, dass sich die Metallbeschichtung des Sicherheitsfadens vom Plastikträger gelöst habe. Dadurch sei die aufgedruckte Wertangabe unlesbar geworden.
Die Experten streiten sich, ob es sich um einen Produktionsfehler Mantegazzas oder auch um die Folge einer chemischen Reaktion im Notenpapier handele. Mit letzterem hatten mehrere Hersteller von Banknotenpapier zu kämpfen, vor allem Arjo Wiggins.
Es sind nicht die ersten Pannen bei der Euro-Herstellung. Ein Bedienungsfehler hatte im Sommer 2000 bei dem privaten Münchener Bankendrucker Giesecke & Devrient ebenfalls zu defekten Banknoten geführt. Giesecke & Devrient produzieren für das deutsche Kontingent 363 Millionen Stück 100-Euro-Noten. Mit der Nachbesserung sind die Münchener bis heute beschäftigt.
Wegen der immer komplizierter werdenden Sicherheitsmerkmale werde die Produktion von Banknoten immer anfälliger für Fehler, meinen Experten. Bei den Euro-Banknoten komme noch hinzu, dass ungewöhnlich viele Papierfabriken und Banknotendrucker beteiligt seien.

