Mittwoch, 21. März 2001

Interne Qualifikation für Aufstellung in WM-Quali

Otto Baric wird die Aufstellung für das Fußball-WM-Qualifikationsspiel der Europa-Gruppe sieben am Samstag in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina erst im letzten Moment bekannt geben.

Einerseits will der ÖFB-Teamchef in den verschiedenen Trainingseinheiten erst die seiner Meinung nach stärkstmögliche Formation finden, anderseits möchte er seinen Kontrahenten auf dem Trainerstuhl, Drago Smajlovic, bis zuletzt im Unklaren lassen. "Für die Bosnier ist es schon wichtig zu wissen, wer bei uns spielt", ist Baric überzeugt.

Vastic "hängt" zu weit hinten
Er wisse aber selbst noch nicht, welche Elf er ins Match schicken wird und nannte auch einige Beispiele wie "Schopp oder Cerny, Vastic oder Haas, Haas oder Mayleb, oder vielleicht beide?" Im Training, im Kampf Mann gegen Mann, will er die jeweils Richtigen an Land ziehen. Mit dem Sturm-Kapitän, der bei seinem Klub eine andere Rolle als im Team spielt, hatte sein einstiger Landsmann bereits Gespräche geführt. Vastic "hänge" für den Geschmack von Baric zu weit hinten. "Ich will, dass er in der Nationalmannschaft offensiver spielt. Mit ist auch egal, wer spielt, wichtig ist nur, dass er spielt, was ich will", meinte der Teamchef.

"Wenn wir verlieren, sind wir die Deppen"
Die erste "ernste" Besprechung mit den Spielern hat bereits stattgefunden. Gefordert werden ja mehr Offensive und Initiative und der unbedingte Siegeswille. "Wenn wir am Samstag dafür nicht alles unternommen haben und verlieren 0:1 oder 0:2 , dann sind wir die Deppen", so Baric. Es müsse gezeigt werden, "dass wir ein Plus haben, was Durchbruchs- und Durchsetzungsvermögen betrifft."

Cerny warnt vor Bosniens Barbarez
"Mit einer seht guten Mannschaftsleistung könnten wir es packen", glaubt Harald Cerny, der den Bosniern hervorragende Einzelspieler wie u.a. Bundesliga-Torjäger Barbarez ("der hat derzeit einen Lauf wie vor einem Jahr unser Martin Max") konzediert. Mit ihm selbst ginge es seit drei Spielen wieder aufwärts. "Konzentriert, kompakt und diszipliniert, aber auch offensiv müssen wir auftreten", fordert Tirols Mittelfeld-Abräumer Alfred Hörtnagl ("Ich bin derzeit 100 Prozent fit").

Bosniens Team-Assistent glaubt an eine 70:30-Chance für sein Team
Mit Ausnahme von Tomislav Kocjan, der sich etwas krank fühlte und auch Zahnprobleme hatte, sind alle Akteure derzeit fullfit. Am Dienstagnachmittag wurde auf dem Hauptfeld des Praterstadions intensiv trainiert, an den Vormittagen wird es etwas lockerer angegangen. Die bosnische Mannschaft wird den Aktiven via Video vom Treffen mit Spanien (unglückliche 1:2-Niederlage) nähergebracht. Psychologisch hilfreich ist wohl auch die Aussage eines bosnischen Team-Assistenten nach dem Match Kroatien - Österreich in Rijeka (1:0). "Die Chancen stehen 70:30 für uns." Herzog und Co sind aufgefordert, ihn Lügen zu strafen.

21.3.2001 10:29