Montag, 19. März 2001

Kein einziger Rapidler im Team

Österreichs Fußball-Nationalmannschaft versammelte sich Montagmittag im Wiener Hotel Holiday Inn Crown Plaza am Handelskai in der Nähe des Ernst Happel-Stadions. Die zumindest vorentscheidenden WM-Qualifikationsspiele finden am Samstag in Sarajevo gegen Bosnien-Herzegowina und am darauffolgenden Mittwoch gegen Israel in der Prater-Arena statt.

Eingerückt sind nur 19 Mann, denn für den wegen einer Verletzung des Streckmuskels im Hüftbereich ausgefallenen Rapid-Verteidiger Günther Schießwald wurde niemand nachnominiert.

Bemerkenswert, dass nachdem schon Michael Hatz hatte passen müssen, kein einziger Rapidler dem Team angehört. Allerdings waren beim 0:0 am Sonntag gegen Sturm auch nur insgesamt vier (!) Österreicher im grün-weißen Dress im Einsatz, nur drei begannen die Partie und nur ein einziger beendete sie auch.

Nicht unter Druck geraten
Dass Otto Baric seine Schützlinge aber dennoch heiß machen wird, daran kann beim Temperament des Kroaten kein Zweifel bestehen. Von einer Punkterechnung wie vier oder sechs vor den Anpfiffen will der Teamchef allerdings nichts wissen. Sein Hauptaugenmerk will Baric auf den in der Wasserballschlacht von Rijeka gegen "die objektiv besseren Kroaten" (0:1) vermissten unbedingten Siegeswillen seiner Mannschaft richten. "Es darf nicht mehr passieren, dass wir so wie vor der Pause unter Druck geraten und viel zu wenig für die Offensive tun", kritisierte der Teamchef.

Vastic soll mehr nach vorne tun
"Wir haben Spieler, die das können, aber es nicht bringen Das muss ich ihnen im Training einimpfen. Wir dürfen nicht nur drei, vier Mal im gegnerischen Strafraum torgefährliche Situationen schaffen, sondern 10, 15 Mal." Nicht zufrieden ist Baric, wie sich zuletzt Ivica Vastic, auch beim 0:0 gegen Rapid, präsentiert hatte. "Er ist imstande, torgefährlich zu sein, hängt aber viel zu weit hinten", kritisierte er seinen ehemaligen Landsmann. "Wir brauchen Stürmer, die in den Sechzehner gehen, in den Trainingseinheiten muss er mir das zeigen. Wenn er sagt, er kann das nicht, so wird eine andere Lösung gesucht werden müssen", so Baric.

Keine Probleme bei den Tormännern
Während der Teamchef, der in den vergangenen Wochen viele Matches und damit auch seine Teamspieler gesehen hat, Tomislav Kocijan ("er war der agilste aller Akteure") und Gilbert Prilasnig ("sehr gut") lobte, fand er auch Markus Schopp als zu weit hinten postiert. Das Fehlen von Roland Kirchler (Adduktoren-Einriss), für den Richard Kitzbichler nachberufen wurde, bedauert der Teamchef sehr ("er fehlt mir stark, kann mehrere Positionen spielen"). Die Leistung von Franz Wohlfahrt beim 2:1 der Austria in Tirol freute ihn, denn "nun haben wir zwei gute Tormänner". Alexander Manninger, der wie Andreas Herzog und Thomas Flögel, erst etwas später im Holiday Inn eintraf, durfte ja am Sonntag beim 0:0 von Arsenal in Birmingham gegen Aston Villa nach längerer Zeit wieder spielen, denn Teamtorhüter David Seaman machten Rückenschmerzen zu schaffen.

19.3.2001 14:43