"Ich wünsche mir, dass der Toni weitermacht"

Die Weltcup-Saison ist beendet, doch für Österreichs Skispringer steht noch eine wichtige Entscheidung aus: Wer wird die ÖSV-"Adler" als Cheftrainer in die Olympia-Saison führen? Diese Frage will Sportdirektor Toni Innauer in den nächsten Wochen beantworten.
Der Vorarlberger, der nach dem Unfalltod von Alois Lipburger als Coach des Nationalteams eingesprungen war, hat Kontakte zu Kandidaten geknüpft, bringt sich aber auch selbst ins Spiel ("Ich selbst bin auch eine der Optionen"). Die Athleten plädieren jedenfalls für eine Fortsetzung der Trainertätigkeit Innauers, wie Aussagen von Stefan Horngacher und Andreas Goldberger beweisen.
Trotz früherer Differenzen auch Goldi für Innauer
"Ich wünsche mir, dass der Toni weitermacht", sagte Skiflug-Weltrekordler Goldberger, dessen Beziehung zu Innauer nicht immer frei von Konflikten gewesen war. Und auch Team-Senior Horngacher bricht eine Lanze für den Olympiasieger von 1980, der bereits bei den für den ÖSV so erfolgreich verlaufenen Olympischen Spielen 1992 Coach gewesen war. "Ich würde mich freuen, wenn der Toni weitermacht, für mich wäre es in der letzten Saison positiv, einen Trainer zu haben, den ich kenne."
Horngacher für Kontinuität
So kurz vor Olympia sei es schwierig, sich auf einen neuen Trainer einzustellen, außerdem seien die guten Leute alle gebunden, meinte Horngacher, der wie auch Stams-Direktor Paul Ganzenhuber für Kontinuität eintritt. "Wir haben ein gutes Team, da soll man nicht zu viel ändern", meinte der 31-jährige Wörgler am Montag.
Horngacher, einer von zwei aktiven Springern mit Siegen im Parallelstil, ist selbst "zu 90 Prozent" sicher, dass er seine Karriere fortsetzt. Er will aber noch ein Angebot für seine berufliche Zukunft prüfen. Für ein Weitermachen spricht sein Plan, in der laufenden Woche noch ein individuelles Training im Rahmen der US-Meisterschaften auf den Olympia-Schanzen in Salt Lake City anzuhängen.
Innauer fordert Neuordnung
Innauer, der den Montag so wie einige Trainerkollegen mit Golf spielen in Bled verbrachte, müsste eine Neuordnung in den ÖSV-internen Abläufen anstreben, sollte er das Traineramt annehmen. Im Verband müssten Strukturen zumindest für die Olympia-Saison geändert werden, wenn der eigentlich für Springen und Nordische Kombination zuständige Sportdirektor Spezialsprunglauf-Trainer bleibt.
