Auch Nicht-EU-Länder Island und Norwegen dabei

Der Beitritt Schwedens, Finnlands, Norwegens, Dänemarks und Islands zum Schengener Abkommen bedeutet, dass Bürger der Schengen-Länder künftig vom Nordkap bis nach Sizilien oder von Norwegen bis zur Costa Brava reisen können, ohne ihren Pass vorzeigen zu müssen.
Mit dem Beitritt der Länder Skandinaviens hat sich der Kreis der auf die Vereinbarungen des Vertragswerks verpflichteten Länder am heutigen Sonntag auf 15 erweitert.
Bisher galt die im Luxemburger Ort Schengen 1985 vereinbarte Abschaffung der Grenzkontrollen bereits für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Österreich, Portugal, Griechenland, Belgien, die Niederlande und Luxemburg.
Bereits vorher Pass-Union in skandinavischen Ländern
Die Länder Skandinaviens waren bisher schon durch eine Pass-Union verbunden. Mit dem Beitritt zum Schengener Abkommen erweitert sich der grenzkontrollfreie Raum in Europa beträchtlich, wobei auf Norwegen und Finnland die Aufgabe zu kommt, die europäische Grenze zu Russland für den gesamten Bereich des Schengener Abkommens zu sichern. Lediglich die britischen Inseln gehören Schengen bisher nicht an.
Wer künftig beispielsweise von Helsinki nach Paris fliegt, wird auf den Flughäfen nicht mehr nach seinem Pass gefragt. Andererseits kommt um die Kontrollpflicht nicht herum, wer etwa mit dem Auto vom dänischen Kopenhagen nach Italien reist und dabei die Route durch die Schweiz nimmt.
Kritiker sehen "Festung Europa"
Kritiker des Schengen-Beitritts in Skandinavien sehen mit dem Beitritt zu dem Abkommen eine Verschlechterung der Zufluchtsmöglichkeiten für Asylbewerber. Europa werde dadurch weiter zu einer "Festung Europa" ausgebaut. Verwiesen wird von den Kritikern auf die Schengener Regelung, wonach Asylbewerber ihren Antrag in ihrem ersten zum Schengener Abkommen gehörenden Ankunftsland stellen müssen.
Für Asylbewerber aus Afrika etwa, die übers Meer kommen, bedeutet dies, dass sie sich in den südeuropäischen Ländern um politisches Asyl bewerben müssen, wo sie wenig Chancen auf Zulassung haben. Eine Weiterreise durch mehrere Schengen-Länder bis nach Schweden, wo relativ liberale Asylbedingungen gelten, dürfte den wenigsten möglich sein. Umgekehrt gibt es bisher kaum Asylbewerber, die den Weg über Russland nach Skandinavien nehmen.
Weiterhin scharfe Kontrollen für Güterverkehr und Tiertransporte
Die Aufgabe von Grenzkontrollen in weiteren Teilen von Europa fällt zusammen mit den zum Teil drakonisch verschärften Kontrollen im Güter- und Warenverkehr an den innereuropäischen Grenzen nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche. Schengen gilt allerdings auch nur für Personen.
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