Samstag, 24. März 2001

Gerüchte sind für Schlögl ein Blödsinn

Niederösterreichs SPÖ-Vorsitzender und Landeshauptmann-Stellvertreter Karl Schlögl (46) steht offenbar kurz vor dem Rücktritt. Medienberichten zufolge soll er in die Privatwirtschaft wechseln.

Klar bestätigen wollte Schlögl seinen Rücktritt allerdings noch nicht. Auf die Sache angesprochen, habe er auf Auskunft "nächste Woche" vertröstet. Offenbar will die Partei mit der Bekanntgabe der Entscheidung bis nach der Wiener Landtagswahl zuwarten.

Die Rücktrittsgerüchte um seine Person sind für Karl Schlögl "Blödsinn". Mehr wollte der niederösterreichische SP-Landeschef und Landeshauptmannstellvertreter zu der Angelegenheit nicht sagen, teilte Pressesprecher Walter Schneider mit.

In Kreisen der SP-NÖ lösten die Rücktrittsgerüchte um Schlögl unterschiedliche Reaktionen aus. Sie reichten von "Quatsch" bis zu "Ich glaube, es ist wahr".

Es gebe "keinen Grund, diesen Gerüchten weiter Nahrung zu verschaffen", hieß es in der SP-Landesparteizentrale. Es handle sich um "Quatsch". "Nicht kommentieren" wollte man den angeblich bevor stehenden Schlögl-Rücktritt im Landtagsklub der Sozialdemokraten. "Wir wissen nicht, wie die Gerüchte entstanden sind."

Es sei eine "Ungeheuerlichkeit, was sich abspielt", meinte ein langjähriger SP-Mandatar auf Landesebene. Das sei "mehr als verantwortungslos". Er habe von den Gerüchten "über sieben Ecken erfahren". Nachsatz: "Ich glaube, es ist wahr."

Schlögl hat seine politische Laufbahn bei der SPÖ in Niederösterreich begonnen, wo er von 1978 bis 1985 Bildungsssekretär, später Bürgermeister von Purkersdorf war. 1987 kam er in den Bundesrat, 1991 in den Nationalrat, um schließlich 1995 in die Bundesregierung zu wechseln, zunächst als Beamten-Staatssekretär, dann als Innenminister. In Niederösterreich folgte er 1998 Ernst Höger als NÖ-Landesparteichef nach, 1999 wurde er statt Hannes Bauer stellvertretender Landeshauptmann.

24.3.2001 14:07