Freitag, 23. März 2001

Letzte Statements vor der Wien-Wahl 2001

Grande Finale: Wenige Tagen vor der Wiener Gemeinderatswahl am kommenden Sonntag hat der Reigen der diversen Wahlkampf-Abschlussveranstaltungen begonnen. Und der resümierenden Pressekonferenzen.

"Erschöpft, aber zuversichtlich" gab sich etwa der Chef der Wiener Grünen, Christoph Chorherr, am Donnerstag bei der finalen Kundgebung der Grünen im Wiener Tanztheater Odeon. Es gehe ihm wie einem Handy, dessen Akku "nur noch ein Stricherl" anzeige. Er wolle in den kommenden Tagen speziell noch Jüngere ansprechen, kündigte Chorherr an.

Chorherr: Ziel ist ein gutes Ergebnis
Das Ziel laut Chorherr: Ein so gutes Ergebnis einfahren, dass "die grüne Vision erstmals auf ihre Realitätstüchtigkeit getestet werden kann". Er zeigte sich überzeugt, im Wahlkampf auch "völlig neue" Bevölkerungsgruppen erreicht zu haben. Wo es im letzten Wahlkampf noch vehemente Ablehnung gegeben habe, seien nun die Leute stehen geblieben und hätten sich auf Diskussionen eingelassen. Auch Bundessprecher Alexander Van der Bellen zeigte sich zuversichtlich. Er sei sicher, "dass wir gewinnen werden". Zusatz: "Die Frage ist nur, wie hoch."

FPÖ: "Wir nehmen auch mehr als 27%"
Die Wiener FPÖ wird am Abend am Viktor-Adler-Markt in Wien-Favoriten ihre Wahlkampagne abschließen. Die Spitzenkandidatin Helene Partik-Pable hat schon am Vormittag in einem Pressegespräch eines ihrer "Vorbilder" genannt - nämlich das Land Kärnten. Dort sei etwa eine Offensive zur Ausbildung im IT-Bereich gestartet worden. Besuch aus dem Süden war auch zur Pressekonferenz erschienen, und zwar in Person des Kärntner Landeshauptmanns Jörg Haider (F). Auf ein klares Wahlziel legten sich beide nicht fest. "Wir nehmen auch mehr als 27 Prozent", verwies Haider auf das Ergebnis von 1996, als die Freiheitlichen auf 27,9 Prozent gekommen waren.

Liberale - einzige Garanten gegen Rot
Die Liberalen sehen sich laut eigenen Angaben als "einzige Garanten" gegen ein "ganz rotes Wien". Nur eine "fünfte Kraft" könne sicherstellen, dass es keine absolute Mehrheit für die SPÖ gebe. Spitzenkandidatin Alexandra Bolena hielt am Donnerstag die Chancen für das LIF jedenfalls "intakt". Wien, so betonte sie, brauche eine liberale Politik. Die Liberalen haben ihre Wahlkampf-Abschlussveranstaltung für den Abend in einem Lokal in Wieden angesetzt.

KPÖ: Die "konsequente Kraft"
Als "konsequente Kraft" gegen den Neoliberalismus und einzige Partei, die nicht um die sogenannte "politische Mitte" kämpfe, präsentierte sich die Wiener KPÖ bei ihrer Abschluss-Pressekonferenz. Das angestrebte Ziel, stärker als das Liberale Forum zu sein, sei "nicht utopisch", so die Spitzenkandidaten Waltraud Stiefsohn und Kurt Wendt.

SPÖ-Finale am Freitag
Die Wiener Sozialdemokraten halten am Freitag im Wiener Museumsquartier ihre abschließende Kundgebung ab. Neben dem SP-Spitzenkandidaten, dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl, sollen dort auch noch andere Stadtoberhäupter erscheinen. Angekündigt sind unter anderem der designierte Pariser Bürgermeister Bertrand Delanoe und der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

ÖVP schloß Wahlkampf am Mittwoch ab
Schon am Mittwoch hat die Abschluss-Kundgebung der Wiener ÖVP stattgefunden. Parteichef Bernhard Görg hat dabei - durchaus heftige - Kritik am Koalitionspartner SPÖ und an der FPÖ geübt.

23.3.2001 08:56