Maul-und Klauenseuche jetzt auch in Irland

In Irland sind zwei Fälle von Maul- und Klauenseuche bestätigt worden. Der irische Ministerpräsident Bertie Ahern sagte in einer vom staatlichen Rundfunk übertragenen Ansprache im Parlament, zwei Verdachtsfälle in einer Schafherde in der Grafschaft Louth hätten sich bestätigt.
Der betroffene Betrieb liegt innerhalb eines MKS-Sperrbezirks, der im Umkreis von zehn Kilometern um einen Betrieb in der benachbarten Grafschaft Armagh in Nordirland gezogen worden war. Dort war in diesem Monat der bislang einzige MKS-Fall in der britischen Provinz bestätigt worden.
Irland ist nach Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden der vierte EU-Staat, in dem die Seuche ausgebrochen ist. Die ersten Fälle waren vor rund einem Monat in Großbritannien gemeldet worden. Nach dem Auftreten von MKS in den Niederlanden am Mittwoch wurde in Deutschland der Bundesgrenzschutz angewiesen, den Grenzverkehr zum Nachbarland zu überwachen.
Nach Ansicht eines Experten hat die Maul- und Klauenseuche auch in Großbritannien ihren Höhepunkt noch nicht erreicht und wird noch mindestens fünf Monate andauern. Der von der Regierung mit der Erforschung der Krankheit beauftragte Epidemiologe Roy Anderson sagte der BBC, der Höhepunkt der Ausbreitung werde voraussichtlich nicht vor Mai erreicht.
Weiter sagte Anderson, die Regierung, die Wissenschaft und die Bauernverbände wüssten, dass die Lage gegenwärtig außer Kontrolle sei. Anderson stufte die gegenwärtige MKS-Krise als schlimmer ein als die des Jahres 1967. Damals waren 2.000 Höfe betroffen, und 500.000 Tiere wurden notgeschlachtet. Inzwischen stieg die Zahl der betroffenen Höfe auf 435.
Niederlande beginnen mit Impfung
In den Niederlanden begannen Tierärzte mit der Impfung ganzer Rinderbestände, um die Ausbreitung der Krankheit doch noch eindämmen zu können. Zudem sollen 18.000 Tiere getötet und vernichtet werden. Weil es logistisch kaum möglich scheint, im Ein-Kilometer-Umkreis aller Seuchenfälle sämtliche Tiere zu schlachten, kündigte das Landwirtschaftsministerium an, die Tiere stattdessen impfen zu lassen.
Am Mittwoch war ein dritter Fall der Maul- und Klauenseuche bekannt geworden. Landwirtschaftsminister Laurens-Jan Brinkhorst sagte im niederländischen Fernsehen, die Seuche sei auf einem Hof in Welsum ausgebrochen. Dieser gehöre dem Bruder des Besitzers von dem Hof in Olst, wo der erste niederländische MKS-Fall entdeckt worden war.
Wegen der Tierseuche verhängte der EU-Veterinärausschuss am Mittwoch ein Exportverbot gegen die Niederlande. Dies teilte eine Sprecherin der EU-Kommission in Brüssel mit. Aus den betroffenen niederländischen Provinzen dürfen zunächst außerdem keine unbehandelten tierischen Produkte ausgeführt werden.
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