Donnerstag, 22. März 2001

4 Spione müssen in 10 Tagen die USA verlassen

Solange haben die in Spionagefall Robert Hanssen verwickelten russischen Diplomaten Zeit, die USA zu verlassen. Damit wurden sie zu unerwünschten Personen erklärt. 46 weitere Diplomaten müssen bis zum 1. Juli gehen. Russland ist erzürnt.

Für die amerikanische Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice war damit das Problem gelöst. Sie sah die "guten Beziehungen" zwischen beiden Ländern durch die Spionagetätigkeit gestört. Einige Diplomaten sollen das Land bereits verlassen haben. Die Flucht hat auch der Presseattache der Botschaft, Wladimir Frolow, ergriffen.

CNN: Iwanow will 50 US-Diplomaten ausweisen

Russlands Außenminister Igor Iwanow hat am Donnerstag nach einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN die Ausweisung von 50 US-Diplomaten aus seinem Land angekündigt. Iwanow habe die Ausweisung in einem Gespräch mit US-Außenminister Colin Powell damit begründet, dass Russland entsprechend auf die amerikanische Politik reagieren müsse. Auf die Frage, wann die Diplomaten das Land verlassen müssten, antwortete Iwanow dem Sender: "Das wird nicht lange dauern."

Die USA hatten zuvor 50 russische Diplomaten des Landes verwiesen, als Konsequenz aus der Enttarnung eines mutmaßlichen russischen Spions bei der US-Bundespolizei FBI im Februar. Vier Diplomaten müssten binnen zehn Tagen das Land verlassen, hatte das US-Außenministerium am Donnerstag mitgeteilt. 46 weitere Diplomaten sollten die USA bis zum 1. Juli verlassen. Der zuletzt leitende FBI-Mitarbeiter Robert Hanssen soll Russland 15 Jahre lang mit geheimen Informationen versorgt und dafür 1,4 Millionen Dollar (1,57 Mill. Euro/21,7 Mill. S) erhalten haben. Er sitzt in den USA in Haft.

22.3.2001 20:16