Rund 50 Festnahmen bei Feiern in der Türkei

Mehrere zehntausend Kurden in der Türkei haben am Mittwoch das traditionelle Neujahrsfest Newroz gefeiert. Allein an der von der pro-kurdischen Partei HADEP ausgerichteten zentralen Feier in Diyarbakir, der größten Stadt im Kurdengebiet, nahmen nach Schätzung von Augenzeugen rund 70.000 Menschen teil.
Das Fest mit Gesängen, Tänzen und der Entzündung der traditionellen Freudenfeuer verlief friedlich. Mehrere Dutzend Abordnungen von Menschenrechtsgruppen aus dem Ausland nahmen als Gäste an der Feier teil.
In der Nacht zum Mittwoch hatte es in anderen türkischen Städten bei nicht genehmigten Newroz-Feiern Zusammenstöße zwischen der Polizei und kurdischen Aktivisten gegeben. Den Behörden zufolge wurden bei diesen Feiern Parolen für die verbotene Arbeiterpartei Kurdistan (PKK) und deren inhaftierten Chef Abdullah Öcalan gerufen.
Öcalan ruft zu friedlichen Feiern auf
Öcalan hatte seine Anhänger von seiner Zelle auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali aus zu friedlichen Feiern aufgerufen. Das Newroz-Fest war in den vergangenen Jahren immer wieder Anlass zu schweren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und PKK-Anhängern; bei den bisher schwersten Gewaltausbrüchen wurden 1992 rund 50 Kurden getötet.
Der türkische Staat bemüht sich seit Jahren, dem Newroz-Fest seinen speziell kurdischen Charakter zu nehmen und es zu einem Fest aller Türken zu machen mit der Begründung, es handle sich in Wirklichkeit um ein altes türkisches Fest mit dem Namen "Nevruz". So gab es auch in diesem Jahr Grußbotschaften der Regierung zum Fest und zahlreiche staatlich organisierte Feiern in Istanbul, Ankara und anderen Städten. Das Newroz-Fest wird auch im Iran und anderen moslemischen Staaten des Kaukasus und Zentralasiens gefeiert.
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