Parteien-Wettlauf um Wiener Wähler

Wenige Tage vor der Wahl wissen 110.000 Wiener und Wienerinnen noch nicht, welche Partei sie wählen sollen: Noch einmal müssen Funktionäre zu Höchstleistungen motiviert werden. Um so hektischer werden die Bemühungen der Wahlkämpfer im Wettlauf um die Unentschlossenen.
„Zehn Prozent der Wähler entscheiden sich erst knapp vor dem Wahltermin beziehungsweise in der Wahlkabine“, berichtet Bertram Barth vom Marktforschungsinstitut
„Integral“. Keine Lappalie, die rund 110.000 Unentschlossenen sind zum Beispiel mehr Wählerstimmen als die Grünen bei der Wahl 1996 erhalten haben.
Die letzten Tage sind entscheidend
Die Parteien mobilisieren die letzten Kräfte für das Wahlkampffinish. „Diese Tage sind entscheidend“, bestätigt Herbert Rudolph, FP-Vizepräsident im Stadtschulrat und blauer Wahlkämpfer. Die FP hat sich Verstärkung aus Kärnten gesichert. „Haider soll für zusätzliche Dynamik sorgen und wird seine Wirkung nicht verfehlen“, ist Rudolph optimistisch. Fast flächendeckend werden die Gemeindebauten abgeklappert. Der Gegner heißt SPÖ. „Eine klare Auseinandersetzung zwischen Häupl und Partik-Pable´“, so Rudolph.
Doppelstrategie verfolgt die SP
Neben Werbemaßnahmen (Plakate, neue Broschüren) wird auf Mobilisierung der Mitglieder und des Gemeindebaus gesetzt. SP-Politiker fürchten, dass die guten Umfragedaten die Sympathisanten zu sehr in Sicherheit wiegen. Mit Hausbesuchen, Türhängern und per Telefon sollen Wähler mobilisiert werden. „Um die persönliche Überzeugungsarbeit kommt man nicht herum“, sagt Harry Schranz, Pressesprecher der Wiener SP, „sie wird selbst in modernsten amerikanischen Wahlkämpfen eingesetzt“. Bürgermeister Michael Häupl tourt zusätzlich durch die Bezirke.
500.000 Narzissen und Kipferln sollen für die VP das Herz der Wiener gewinnen. „Alle sind motiviert“, sagt VP-Sprecher Daniel Kosak, „es zahlt sich aus, um die Unentschlossen zu kämpfen“.
„Wahlkampfende ist am 24. März um null Uhr“, sagt Andrea Dannmayer von den Grünen, „es geht um sehr viel, wir waren schon zu oft Umfragekaiser“. In den
„Hoffnungsgebieten“ wie Floridsdorf, Donaustadt und Hernals wird von Tür zu Tür gegangen. Als Verstärkung ist Bundessprecher Alexander Van der Bellen im Einsatz.
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