Mittwoch, 21. März 2001

Treffen des US-Präsidenten Bush mit Sharon

US-Präsident George Bush erklärte am Dienstag bei seinem ersten Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Sharon, die USA wollten dem Nahen Osten keinen Frieden aufzwingen. Amerika werde den Frieden "fördern" und es wolle mit denen zusammenarbeiten, die für den Frieden im Nahen Osten verantwortlich seien.

Damit scheint der neue US-Präsident entschieden von der Linie seines Vorgängers Bill Clinton abzugehen. Clinton hatte sich nachdrücklich bemüht, die Rolle eines Maklers für einen Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu übernehmen.

Bush erklärte ferner gegenüber Sharon, er hege noch immer den Plan, die US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen.

Sharon mit Bushs Äußerungen zufrieden

Sharon, der für ein langsameres Tempo im Friedensprozess eintritt, war mit den Äußerungen Bushs sichtlich zufrieden. Er wisse diesen Ansatz zu schätzen und auch, "dass man niemals gegenüber dem Terror kapitulieren darf", sagte Sharon nach dem Treffen mit Bush vor Journalisten. Nach Angaben von Beobachtern wollte Sharon mit Bush und führenden Mitgliedern des US-Kongresses außerdem über eine mögliche Erhöhung der amerikanischen Finanzhilfe für das israelische Militär reden. Bushs Vorgänger Bill Clinton hatte Israel bereits 800 Millionen Dollar (890 Millionen Euro) zusätzlich versprochen, verteilt über einen Zeitraum von zwei Jahren. Die Entscheidung des Kongresses hierzu steht jedoch noch aus.

Ein umfassendes Friedensabkommen mit den Palästinensern schloss Sharon erneut aus. Er unterstütze den realistischeren Ansatz eines langfristigen Übergangsabkommens. Friedensverhandlungen sollten erst wieder aufgenommen werden, wenn die Palästinenser der Gewalt ein Ende gesetzt hätten, sagte Sharon.

21.3.2001 08:26