Dienstag, 20. März 2001

Gundula Hollauf: Womit hat sie ihr Studium finanziert?

Mit schweren Anschuldigungen muss sich die 30jährige ÖVP-Kandidatin als Vizebezirkschefin für die Innere Stadt, Gundula Hollauf, auseinander setzen. "Format" berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, die ehemalige Miss Kärnten habe sich ihr Studium im Wiener Nobelbordell Babylon finanziert.

Sie soll auch als Betreiberin eines Escort-Service tätig gewesen sein. Der Wiener VP-Chef Bernhard Görg sieht keinen Grund für Konsequenzen. ÖVP-Sprecher Daniel Kosak dementierte gegenüber der APA den indirekt erhobenen Vorwurf der Prostitution entschieden, bestätigte aber, dass Hollauf, eine mehrjährige Liaison mit dem Besitzer der Nobelbordells "Babylon" unterhalten habe und eine Zeit lang ein Escort-Service betrieben habe.

Hollauf hat aber laut "Format" seit 1994 keinen Kontakt mehr zum "Babylon", auch den Begleitservice hat sie bereits aufgegeben.

Görg: "Gundula Hollauf bleibt weiter VP-Bezirkskandidatin"
Gundula Hollauf bleibt weiter ÖVP-Kandidatin für das Amt der Vizebezirkschefin für die Innere Stadt. Das sagte Wiens VP-Chef Vizebürgermeister Bernhard Görg am Montag, am Rande einer Pressekonferenz. "Entscheidend ist, ob etwas da ist, das von strafrechtlicher Relevanz ist", dies sei derzeit nicht der Fall, so Görg. Er stehe daher zur Entscheidung der VP-Bezirksverantwortlichen, zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Konsequenzen zu verlangen.

Hollauf persönlich habe ihn am vergangenen Freitag davon informiert, dass sie mit dem "Besitzer eines Etablissements von zweifelhaftem Ruf" liiert gewesen sei, so Görg. Sie habe sofort angeboten, sich von ihrer Kandidatur zurückzuziehen. Der in der jüngsten Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format" geäußerte Vorwurf, die ehemalige Miss Kärnten sei auch Betreiberin eines Escort-Serivce gewesen, sei bei dem Gespräch am Freitag kein Thema gewesen.

"Werfe nicht den ersten Stein"
Görg sieht in Hollaufs früherer Beziehung "eine schwere, aber eine Jugendsünde", die sie durch ihren "tadellosen Lebenslauf der letzten Jahre konterkariert" habe. Solange nichts von strafrechtlicher Relevanz gegen Hollauf vorliege, sei er daher mit der Bezirksentscheidung für eine weitere Kandidatur einverstanden. "Ich bin nicht der, der den ersten Stein wirft", sagte Görg.

20.3.2001 09:57