Montag, 19. März 2001

Gen-Soja in Österreich: Greenpeace deckt auf

14 Futtermittel-Proben wurden von Greenpeace in den letzten Wochen auf Gen-Soja untersucht. Der Anteil ist unerwartet hoch: er beträgt in manchen Proben bis zu 63 Prozent! Und wer ist verantwortlich? Laut Umweltschützern schieben Minister Haupt und Molterer die Verantwortung hin und her: Eine inakzeptable Realsatire."

"Die Analysen zeigen, dass weit mehr gentechnisch manipuliertes Soja nach Österreich kommt, als ursprünglich befürchtet", so Herwig Schuster, Gentechnik-Experte von Greenpeace. Über mehrere Wochen hinweg kauften Umweltschützer von österreichischen Herstellern, bzw. von einem Frachtschiff Tierfutter-Mittel gekauft. In 13 von 14 Proben wurde man fündig. Der Gen-Anteil reicht von zehn bis 63 Prozent!

215.000 Tonnen Gen-Soja in Österreich?
Greenpeace hat die Proben hochgerechnet und kommt auf eine Gesamt-Importmenge von Gen-Soja von bis zu 215.000 Tonnen. Pro Jahr. Nicht nur die Bauern, auch die Konsumenten sind ahnungslos, da dieses Soja nicht gekennzeichnet ist. Existiert der "Feinkostladen Österreich" nur mehr auf dem Papier?

"Es scheint so, dass nach BSE und Tiermehl-Verbot der Markt für Gen-Soja regelrecht explodiert, und es könnte noch viel mehr werden", warnt Schuster vor einer Bagatellisierung des Problems. Als "inakzeptable Realsatire" bezeichnet er den Kompetenz-Wirr-Warr zwischen Minister Haupt und Molterer. Weder der Landwirtschafts-, noch der für Gentechnik zuständige Minister sehen Handlungsbedarf in der Causa.

19.3.2001 13:04