Montag, 19. März 2001

Großdemonstration in Skopje

Für die mazedonischen Streitkräfte ist wegen der andauernden albanischen Rebellenangriffe im Nordwesten des Landes die Mobilmachung angeordnet worden. Etwa 10.000 Menschen haben unterdessen in der Hauptstadt gegen die albanischen Rebellen demonstriert

Vor dem Parlamentsgebäude forderten die Demonstranten die Regierung in Sprechchören auf, Maßnahmen gegen die albanischen "Terroristen" zu ergreifen. "Tetovo liegt in Mazedonien", skandierten die Kundgebungsteilnehmer. Ministerpräsident Ljubco Georgievski empfing eine Abordnung der Demonstranten. Die Redner verlangten von der Regierung, den Kriegszustand auszurufen und Waffen zur Selbstverteidigung zu verteilen.

Die albanische Rebellengruppe UCK, die sich am Rand der Stadt Tetovo heftige Gefechte mit mazedonischen Sicherheitskräften liefert, hat erstmals eigene Verluste eingeräumt. Der Rebellenkommandant mit dem Decknamen "Sokoli" sagte telefonisch, ein Guerilla-Kämpfer sei getötet wurden. Sieben weitere UCK-Angehörige seien bei den Kämpfen verletzt worden. Der Aufruf der UCK, zu den Waffen zu greifen, hat nach seinen Angaben Erfolg gehabt. "In jeder unserer Hochburgen gibt es mindestens 60 Zugänge. Wir sind jetzt nicht nur um Tetovo stark positioniert, sondern auch in der Region um Kumanovo und bei Skopje", sagte "Sokoli". Der UCK-Vertreter, der die Funktion eines Sprechers hat, erklärte, dass auch in städtischen Gebieten Untergrundgruppen für einen Einsatz bereit stünden.

Die UCK hat zum Krieg gegen die Regierungstruppen aufgerufen. Die so genannte "Nationale Befreiungsarmee" (UCK) forderte alle Männer albanischer Volkszugehörigkeit auf, zu den Waffen zu greifen und sich dem Aufstand anzuschließen. Die UCK sei fähig, "das ganze Land in Brand zu stecken" und richte eine "sehr ernste Warnung" an die Regierung in Skopje, erklärte ein Sprecher.

19.3.2001 11:26