Freitag, 23. März 2001

Brok: Entwaffnung ist Bestandteil des KFOR-Mandats

Der Vorsitzende des Außenpolitischen Ausschusses des Europäischen Parlaments, der Deutsche Elmar Brok (CDU), hat sich dafür ausgesprochen, der albanischen Guerilla "Nationale Befreiungsarmee" (UCK) in Mazedonien ein Ultimatum zur Waffenabgabe zu stellen.

Darüber sollten die Staats- und Regierungschefs auf ihrem EU-Sondergipfel in Stockholm diskutieren, forderte Brok am Freitag im InfoRadio Berlin-Brandenburg.

Die Entwaffnung der UCK sei schließlich Bestandteil des ursprünglichen Mandats der KFOR, betonte Brok. Außerdem hätten die Europäer die Hauptlast des Konflikts auf dem Balkan zu tragen und könnten sich nicht immer hinter den Amerikanern verstecken. Von der mazedonischen Regierung erwartete Brok das Fortsetzen der Politik der Gleichberechtigung aller Bürger.

Die Kämpfe im Norden Mazedoniens zwischen albanischen UCK-Rebellen und den Regierungstruppen ist eines der Themen des zweitägigen EU-Spitzentreffens in Stockholm, das am Freitag beginnt. Dazu wird auch der mazedonische Staatspräsident Boris Trajkovski erwartet.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag erklärt, er sehe keine Lösung für die Mazedonien-Krise, solange die albanischen Rebellen nicht entwaffnet seien. Er forderte eine "konsolidierte und harte Position der Weltgemeinschaft". Moskau hatte dem Westen mehrfach vorgeworfen, die albanischen Rebellen im Kosovo zu unterstützen.

23.3.2001 09:59