Sonntag, 25. März 2001

BALKAN-KRISE

Mazedonische Sicherheitskräfte haben heutige einen Großangriff gegen Stellungen albanischer Rebellen bei der westmazedonischen Stadt Tetovo gestartet.

Augenzeugen in der Stadt berichteten, vermutete Albaner-Positionen auf Hügeln am Rande der Stadt würden heftig beschossen. Zudem sind Panzerfahrzeuge in die Richtung der von den Rebellen besetzten Berge abgefahren. Scharfschützen der Polizei bezogen Stellungen. In Tetovo waren heftige Detonationen zu hören. Während die Regierungstruppen gegen die Rebellen schossen, war zunächst kein Gegenfeuer zu bemerken.

"Alle zur Verfügung stehenden Mittel werden eingesetzt"
Die Regierung hatte eine Offensive angekündigt, um die von der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) besetzten Dörfer um den Berg Kale bei Tetovo zurückzuerobern. Die Regierung sprach von einer Offensive zur Vertreibung der albanischen Freischärler. "Wir setzen alle zur Verfügung stehenden Mittel ein", sagte Armeesprecher Blagoja Markovski.

Kampf der Albaner um politische Anerkennung
Die Rebellen verlangen, als Gesprächspartner anerkannt zu werden. Ihre politische Forderungen zielen auf eine Teilung Mazedoniens.

Schon am Samstag hatten die Kämpfe im Norden Mazedoniens an Intensität zugenommen. Zwei Kampfhubschrauber der Streitkräfte bombardierten Ziele auf dem Berg Sar Planina südwestlich von Tetovo. Zuvor hatten albanische Freischärler das von Slawen bewohnte Dorf Koltuk mit Artillerie beschossen und dabei vier Menschen verletzt. Erstmals war bis in die Randbezirke der Hauptstadt war Geschützdonner zu hören.

25.3.2001 12:11