SPEZIAL: Kalorienschlacht

·Figurprobleme
1/3 der Frauen ständig auf Diät
·Lebensmittel
Tipps für richtige Ernährung
Nach der jährlichen Kalorienschlacht rund um Weihnachtskarpfen und Faschingskrapfen plagen spätestens zu Beginn der Fastenzeit so manch leidenschaftlichen Schlemmer Gewissensbisse. Besonders Eifrige setzen auf eine Radikaldiät, um die überschüssigen Kilos in möglichst kurzer Zeit abzuspecken. Ernährungswissenschafter aber warnen davor.
Zu Beginn der Fastenzeit haben Ernährungsexperten eindringlich vor so genannten Null-Kalorien-Diäten gewarnt. Der Mensch könne zwar Kohlenhydrate in Form von Glykogen speichern, doch wenn dieser Speicher geleert sei, werde es ernst, sagte der Sprecher des Deutschen Instituts für Ernährungsmedizin und Diätetik (DIET), Sven-David Müller, in Bad Aachen.
Gerade das Gehirn, das auf die Versorgung mit Glukose als Energielieferant angewiesen sei, könne selbst keine Energie speichern oder aus anderen Stoffen herstellen. Es sei auf die Versorgung von außen angewiesen, betonte Müller. Der Körper müsse dann auf seine anderen Energiedepots, das Eiweiß in der Muskulatur und danach auf seine Fettreserven zurückgreifen. Diese werden dem Experten zufolge in der Muskulatur und in der Leber in Glukose umgewandelt, um das Gehirn mit Energie versorgen zu können.
Bei dieser Umwandlung fielen als Abfallprodukte Ketonkörper, Säuren und Azeton an, deren Beseitigung bei manchen Erkrankungen für Probleme sorgten, sagte der DIET-Sprecher. Doch nicht nur Kranke, sondern auch gesunde Menschen seien auf eine Versorgung von außen angewiesen, denn der menschliche Organismus sei nicht in der Lage, alle lebensnotwendigen Eiweißbausteine selbst herzustellen.
Gefährlich ist das Fasten den Angaben zufolge vor allem für Menschen, die unter Herzkrankheiten, Diabetes mellitus oder Bluthochdruck leiden. Schwangere und stillende Frauen sowie Kinder und Jugendliche dürften ebenfalls nicht fasten. Müller empfahl zur dauerhaften Gewichtsregulierung als Alternative, das gesamte Essverhalten und die Lebensgewohnheiten auf Dauer zu reformieren. Dazu zähle eine ballaststoffreiche Ernährung gekoppelt mit einer Energieaufnahme von täglich 1.300 bis 1.500 Kilokalorien, viel Bewegung und bei Bedarf eine Extraportion Sättigung durch zellulosehaltige Medizinprodukte.
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