Zweifelhafte Ehre für Bayern-Präsident

Franz Beckenbauer (55), Präsident von Bayern München, ist eine zweifelhafte Ehre zu Teil geworden: Er ist einer der fünf Kandidaten für den "Sprachpanscher des Jahres", den der Verein Deutsche Sprache in Dortmund verleiht.
"Beckenbauer wurde nominiert für sein 'free and easy christmas-set'", sagte Walter Krämer, Gründer des Vereins, mit bundesweit knapp 12.000 Mitgliedern am Sonntag in Dortmund. Der "Kaiser" tritt mit diesem Spruch in einem Werbespot für ein Handy auf.
Außerdem im Visier der "Sprachhüter": der Fernsehjournalist Guido Knopp für seine Reihe "history" sowie das Deutsche Sportfernsehen (DFS), weil zwei Drittel aller Sendungen auf dem Kanal englische Titel hätten. Auch den Staatsminister im Bundeskanzleramt, Martin Bury, hat der Verein für seine Anzeigenkampanage "name it win it" nominiert.
Ebenfalls auf der Liste ist der Vorsitzende des Bundesverbandes des deutschen Bestattungswesens, Wolfgang Zocher. "Er schlägt vor, Totengräber "funeral master" zu nennen sowie den Anglizismus "peace box" für günstige Särge, sagte Krämer.
Bis August diesen Jahres können die Mitglieder des Vereins über die Kandidaten abstimmen. Der "Sprachpanscher" wird nach Angaben von Krämer am dritten September fest stehen. Der Verein Deutsche Sprache besteht seit November 1997 und kämpft gegen überflüssige englische Ausdrücke (Anglizismen) im Umgang mit der Deutschen Sprache.

