Donnerstag, 15. März 2001

LINUX Das Eine-Milliarde- Sekunden-Problem

Nach dem - weitgehend ausgebliebenen - Jahr-2000-Problem droht Benutzern von Linux- und Unix-Systemen mal wieder Ärger: Am 9. September sind seit dem Start der Unix-Zeitrechnung eine Milliarde Sekunden vergangen.

Für Unix- und Linux-Systeme beginnt die Zeitrechnung am 1. Januar 1970 um 0.00 Uhr. Überschreitet der Sekundenzähler am 9. September um 3:46:40 MEZ die Milliardengrenze, hat das zunächst zwar keine unmittelbaren Folgen. Viele Anwender benutzten jedoch statt binärer Ziffernfolgen eine Zeichenkette zur Darstellung der Zeit bei Meldungszeilen oder Datenbankeinträgen. Dadurch könne es dem Bericht zufolge zu ähnlichen Schwierigkeiten kommen, wie sie das Jahr 2000 nach sich zog: Feldlängen werden überschritten, und Sortier-Algorithmen stimmten nicht mehr.
"Natürlich hat das Eine-Milliarde-Problem bei weitem nicht die Dimension des Jahr-2000-Problems", sagte "iX"-Chefredakteur Jürgen Seeger. Programmierer und Administratoren sollten jedoch möglichst bald untersuchen, ob ihre Anwendungen davon betroffen sein könnten.

Ein weitaus wichtigeres Datum für die Zeitrechnung unter Unix ist indessen der 19. Januar 2038. An diesem Tag sind 4.294.967.296 Sekunden seit dem Beginn der internen Zeitrechnung vergangen. Eine Zahl, die die Kapazität der 32-Bit-Rechner sprengt. Das Datum wird dann, analog zum Jahr-2000-Problem wieder auf den frühestmöglichen Zeitpunkt, hier also den 1. Januar 1970, zurückgesetzt. Dass der Januar 2038 aber zum Problem werden könnte, dürfte aus heutiger Sicht mehr als unwahrscheinlich sein. Dann dürfte es nämlich die heute üblichen 32-Bit-Rechner bestenfalls noch im Museum geben.

15.3.2001 18:26