In Tokio geht die Sonne auf

Zwei Tage nach dem "Bloody Monday" sind die Kurse an den Weltbörsen am Mittwoch erneut eingebrochen. Der Dow Jones schloss auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren. In Tokio allerdings begann am Donnerstag die Erholung.
Die Aktienkurse in Tokio zeigten sich am Donnerstag sehr volatil. Schwach gestartet ging es für den Nikkei-255-Index in der ersten Handelshälfte bis auf 11.433,88 Punkte abwärts. Die schlechten Vorgaben von den US-Börsen drückten auf die Stimmung und auf die Kurse. Der Dow-Jones verlor gestern 3,08 Prozent auf 9.973,46 Punkte. Der Nasdaq-Index verlor "nur" 2,1 Prozent. Beide Indiezes fielen aber unter psychologisch wichtige Unterstützungslinien.
Diese Entwicklung schien sich auch für den Aktientag in Tokio anzubahnen. Doch setzte sich nach Ansicht von Händlern in der zweiten Handelshälfte die Ansicht durch, dass der Markt mittlerweile stark überverkauft sei. Die technische Erholung nahm ihren Lauf. Mit zum Meinungswechsel trug auch die Nachricht der Sanwa Bank bei, dass zusammen mit zwei anderen Banken Rückstellungen von ungerechnet über 9 Mrd. Euro gebildet wurden. Bislang sei der Markt von nur der Hälfte ausgegangen. Das dämpfte nach Angaben von Händlern die Sorgen über die Auswirkungen der Finanzkrise in Japan.
Zum Sitzungsende konnte der Nikkei-225-Index ein Plus von 2,6 Prozent oder 309,24 Punkten präsentieren. Schlussstand 12.152,83 Zähler. Auch der breiter gefaßte Nikkei-300-Index drehte im Handelsverlauf. Schlussstand hier 241,42 Zähler - ein Plus von fast 2,1 Prozent. Positiv fiel auch die Tagesbilanz für den technologielastigen Topix-Index aus. Mit einem Plus von fast 22 Zählern oder 1,9 Prozent schloss der Index beim Stand von 1.183,79 Punkten.
Gegen den allgemeinen Trend entwickelten sich hingegen die Bank- und Finanztitel. Der Branchenindex Banken tendierte am Sitzungsende 0,8 Prozent leichter. Nicht nur der Branchenindex, sondern auch die einzelnen Banktitel standen ergo auf der Verliererseite. Die Daiwa Bank verlor 7,8 Prozent, angeheizt von später dementierten Gerüchten, die Bank befinde sich in finanziellen Schwierigkeiten ging es zwischenzeitlich um über neun Prozent abwärts.
Der abflauende Bankenpessimismus in Verbindung mit technischen Faktoren beflügelte vor allem zyklische Werte. So konnte der Automobilzulieferer Denso fast 16 Prozent auf 2.450 Yen zulegen. Auch der Textilkonzern Nisshinbo zog deutlich um 12,4 Prozent an. Kawasaki Heavy Industries verbesserten sich um 7,7 Prozent und die gestern noch stark verkaufte Aktie des Kaufhauskonzerns Lawson gewann heute wieder 7,4 Prozent.
Die anhaltende Schwäche des Euro hatte hingegen nach Angaben von Händlern keinen Einfluss auf das Aktiengeschehen. Zum Handelsende in Tokio wurde der Euro mit 0,9091/96 für einen US-Dollar gehandelt. In New York waren es Vorabend noch 0,9110/14 für einen Dollar.

