"Natürlich ist das Tempo hoch"

Es war der spektakulärste Deal der österreichischen Wirtschaftsgeschichte – der Zusammenschluss von Bank Austria (BA) und der bayerischen HypoVereinsbank (HVB). Ein halbes Jahr danach zieht Bank-Austria-Chef Gerhard Randa zieht im NEWS-Interview erstmals Bilanz über die Ehe.
NEWS: Ist die noch junge Ehe zwischen Bank Austria und HypoVereinsbank harmonisch, oder gibt es bereits Spannungen?
Randa: Grundsätzlich ist zu sagen, dass es bei jeder Veränderung in einem Unternehmen Verunsicherungen gibt. In unserem Fall orte ich aber erstaunlich wenig Probleme. Wir haben ein ganz klar strukturiertes, transparentes Projekt, das von paritätisch besetzten Teams umgesetzt wird.
NEWS: Es gibt Klagen, wonach der Einfluss der HVB-Manager inzwischen zu groß ist.
Randa: Noch einmal. Ich persönlich habe größtes Interesse daran, dass das, was wir den Märkten versprochen haben, nicht nur erreicht, sondern positiv überschritten wird. Mit unserer Eigenkapitalrendite von 13 Prozent liegen wir schon jetzt gut im Konzern, wir wollen aber noch besser werden. Den diesbezüglichen Druck übe ich selbst aus. Im Übrigen gibt es in den wesentlichen Punkten so gut wie keine kontroversiellen Diskussionen mit den HVB-Kollegen.
NEWS: Kann es sein, dass sich bloß der eine oder andere Bank-Austria-Mitarbeiter angesichts der Fusionen und Neustrukturierungen der letzten Jahre einfach überfordert fühlt?
Randa: Es ist möglich, dass es Einzelne gibt, die ein Problem haben. Mit ihnen wird man sprechen und, wenn es geht, auch helfen. Aber es ist ja nicht so, dass es jetzt eine generelle Welle der Verunsicherung gibt. Wenn das so wäre, hätten wir nicht heuer in den ersten zwei Monaten das sensationelle Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal deutlich übertroffen.
NEWS: Ist das schon ein Resultat der neuen Zusammenarbeit?
Randa: Nein, die Erfolge daraus kommen später. Jetzt fallen einmal zusätzliche Kosten an.
NEWS: Angesichts der guten Ergebnisse in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres müsste sich für Sie doch die Frage stellen, ob ein Alleingang nicht sinnvoller gewesen wäre.
Randa: Nein, überhaupt nicht. Wir sind lieber in einem großen Konzern ein wesentlicher Player mit ganz anderen Möglichkeiten als Kevin allein zuhaus. Wir können jetzt mit voller Kraft expandieren. Außerdem profitieren alle Beteiligten davon. Die Aktionäre, deren Kursgewinne sich der 40-Prozent-Marke nähern, die Mitarbeiter, die jetzt ganz andere Karrierechancen haben, und auch die Stadt Wien, die aus ihrer Haftung herauskommt.
NEWS: Banken und Gewerkschaft haben sich auf die Regeln für eine Öffnung der Filialen am Samstag geeinigt, werden Sie diesen Spielraum nützen?
Randa: Wir werden mit spitzem Bleistift an die Sache herangehen und schauen, ob sich das rechnet. Aus heutiger Sicht sage ich, es rechnet sich nicht auf breiter Front.
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