Mittwoch, 14. März 2001

Neuer Markt auf Rekordtief

Die internationalen Finanzmärkte befanden sich am Mittwoch erneut auf rasanter Talfahrt. Der DAX der Frankfurter Börse notierte um 15:45 Uhr um 4,01 Prozent tiefer bei 5.723,83 Punkten. Die Wachstumsbörse Neuer Markt markierte mit Notierungen unter 1.700 Punkten im Nemax-50 im Verlauf ein neues historisches Rekordtief.

"Das ist wie Fallschirmspringen ohne Fallschirm", kommentierte ein Händler den Ausverkauf der deutschen Wachstumswerte.

Auch der Londoner Markt erlebte bisher einen der schwärzesten Tage seiner Geschichte. Der FTSE 100 büßte bis zum genannten Zeitpunkt 3,33 Prozent auf 5.530,10 Zähler ein und markierte damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren.

Mit starken Verlusten zeigten sich auch die US-Märkte knapp nach Handelsbeginn. Der Dow Jones rutschte zur Eröffnung unter die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten und notierte zum oben genannten Zeitpunkt 2,96 Prozent tiefer bei 9,985,75 Einheiten. Die Nasdaq fiel nach dem Erholungsversuch vom Vortag um 3,57 Prozent auf 1.942,92 Einheiten. Verhältnismäßig gut konnte sich im internationalen Vergleich bis dato die Wiener Börse behaupten. Der ATX lag um 16:15 Uhr bei 1.180,79 Punkten und damit 1,86 Prozent unter dem Dienstag-Schluss.

Massive Kursverluste an europ. Finanzplätzen
An den europäischen Finanzplätzen mussten nahezu alle Branchen massive Kursverluste verbuchen. Unter den größten Verlierern fanden sich nach negativen Konjunkturprognosen die Automobiltitel. In Frankfurt notierten BMW um 6,40 Prozent tiefer, VW gaben 5,87 Prozent nach, DaimlerChrysler verloren 4,81 Prozent. Angesichts der Unsicherheit über die Konjunktur in den USA, Japan und Deutschland hatten sowohl das Beratungsunternehmen Autopolis als auch das Marktforschungsinstitut Marketing Systems ihre Prognosen für die Automärkte nach unten revidiert.

Werte der Finanzbranche unter Druck
Massiv unter Druck standen nach negativen Analystenkommentaren auch die Werte der Finanzbranche. So büßten in Frankfurt Deutsche Bank 5,10 Prozent ein. Das Investmenthaus Goldman Sachs hatte am Mittwoch seine Gewinnerwartungen für mehrere europäische Banken wie Commerzbank, Deutsche Bank, Dresdner Bank, BNP und Societe Generale nach unten revidiert. Auch J.P. Morgan hatten am Mittwoch die Aktien der Deutsche Bank von "buy" auf "marketperformer" heruntergestuft.

Technologiewerte im Abwärtstrend
Unverändert im Abwärtstrend lagen nach dem kurzen Erholungsansatz an der Nasdaq am Dienstag die ausgebombten Technologiewerte. So notierten US-High Tech-Titel wie Cisco und Intel knapp nach Handelsstart mit kräftigen Abschlägen. Telekomausrüster wie Nokia (minus 4,53 Prozent) zeigten sich ebenfalls sehr schwach. Nach den Gewinnwarnungen von Siemens, Ericsson und Motorola waren am Mittwoch erneut Spekulationen um eine anstehende Gewinnwarnung des Weltmarktführers Nokia zu vernehmen.

14.3.2001 17:33