26.000 von 135.000 Songs nach Fristende getilgt

Die Musiktauschbörse Napster hat nach eigenen Angaben nur 26.000 von 135.000 Songs wurden bis kurz vor Ablauf einer von einer Bundesrichterin in San Francisco gesetzten 72-stündigen Frist am Mittwochabend aus dem Angebot getilgt.
Schuld sei eine ungenaue Identifizierung der von der US-Musikindustrie vorgelegten Daten. Napster hatte deshalb noch einen Experten für Datenfilter, Gracenote (Berkeley), als Helfer verpflichtet.
Die "Recording Industry Association of America (RIAA)", die Napster wegen Verletzung von Urheberrechten verklagt hat, wollte bisher dazu keinen Kommentar abgeben. Sprecherin Amy Weiss hatte Napster zuvor jedoch vor "Verzögerungstaktiken" gewarnt. Die Anordnung der Richterin sei eindeutig.
Rechtsexperten von Napster vertreten nach US-Medienberichten unterdessen den Standpunkt, dass die Firma für Copyright-Verletzungen vor In-Kraft-Treten der gerichtlichen Anordnung keinen Schadensersatz zahlen müsse. Napster habe kein Gesetz gebrochen, als es die Titel vorher ins Angebot nahm. Setzt sich dieser Standpunkt durch, bliebe Napster von Milliarden-Forderungen verschont.

