UEFA behandelt "Fall" am Mittwoch

Zehn niederländische Hooligans verhaftet und 17 Personen verletzt. Das ist die traurige Bilanz des Fußball-UEFA-Cup-Viertelfinal-Rückspiels zwischen PSV Eindhoven und dem 1. FC Kaiserslautern (0:1) am Donnerstag Abend.
Während und nach der Partie, die in der 76. Minute für eine Viertel Stunde unterbrochen werden musste, weil Rowdys auf den Rasen hatten stürmen wollen, war es zu schweren Zuschauer-Ausschreitungen gekommen.
Bei den Tumulten wurden 15 PSV-Ordner und zwei Polizisten verletzt. Drei von ihnen erlitten Knochenbrüche, eine Beamtin musste ins Krankenhaus gebracht werden. Nach dem Spiel war die Polizei von frustrierten PSV-Anhängern mit Steinen und Stöcken beworfen worden. "Das haben wir nicht erwartet. Hier ist es doch sonst immer ruhig", sagte der PSV-Vorsitzende van Raaij. Sein Verein hätte früher die Polizei zu Hilfe rufen müssen, räumte er ein. Unerklärlich sei ihm auch, dass das Gitter am Spielfeldrand an einer Stelle unverschlossen war.
PSV-Vorsitzender droht Hooligans mit schweren Strafen
Van Raaij drohte nach der "Nacht des Schreckens" den Verantwortlichen mit schwere Strafen. Der Klub werde alles tun, um die Schuldigen ausfindig zu machen. "Wir haben fotografische Beweise und werden alles sehr genau untersuchen", kündigte der PSV-Vorsitzende in einem Interview mit dem niederländischen Fernsehen an. Welche Sanktionen den Schuldigen drohen, sagte er nicht. "Ja, sie haben durchgedreht, aber sie bleiben immer noch unsere Fans", äußerte sich PSV-Trainer Eric Gerets etwas zurückhaltender.
Presse verurteilt Krawalle
Die niederländische Presse hat am Freitag die Ausschreitungen einhellig verurteilt. Auf den meisten Titelseiten der großen Zeitungen wurde auf großflächigen Bildern das Skandal-Spiel dargestellt. "Beim PSV sind die Sicherungen durchgeknallt", kommentierte "De Telegraaf", der die Rowdys als "kranke Geister" bezeichnete. Das "Algemeen Dagblad" schrieb: "Unwürdiger Abschied für PSV". Der Klub in seiner Gesamtheit habe sich "pubertär betragen".
"De Volkskrant" warnte in einer sechsspaltigen Schlagzeile: "Nach diesen Ausschreitungen der Fans droht eine schwere Strafe für PSV". Der Verein müsse mit einer hohen Geldbuße und sogar einem Ausschluss von den europäischen Wettbewerben rechnen. Die UEFA teilte dazu am Freitag auf Anfrage mit, dass sie sich am kommenden Mittwoch mit dem "Fall Eindhoven" befassen werde.
