Untersuchung wegen Urkundenfälschung

Die Staatsanwaltschaft von Rom hat eine Untersuchung gegen den Präsidenten des italienischen Tabellenführers AS Roma, Franco Sensi, und gegen den brasilianischen Spieler Cafu wegen mutmaßlicher Urkundenfälschung und Betrug eingeleitet.
Die Untersuchung in Zusammenhang mit dem Passfälschungs-Skandal, der Italien seit einigen Wochen erschüttert, läuft nach Angaben der römischen Sportgazette "Corriere dello Sport" (Donnerstagsausgabe) auch gegen eine brasilianische Übersetzerin. Die Staatsanwaltschaft von Rom ermittelt insgesamt gegen zwölf Personen, die Urkunden zur Einbürgerung ausländischer Spieler in Italien gefälscht haben sollen.
Sensi ist empört
Roma-Präsident Sensi reagierte mit Entrüstung auf die Untersuchung. "Ich hoffe, dass die Ermittler bald Klarheit in diesem Fall schaffen werden. Wenn eine Mannschaft so gut wie meine ist, will man sie zerstören", klagte Sensi. Seiner Ansicht nach seien nicht nur die Klubs, sondern auch der Fußballverband FIGC für den Skandal verantwortlich. "Wenn der Verband Dokumente über die Staatsbürgerschaft eines ausländischen Spielers erhält, ist er für die Kontrollen zuständig. Wenn er dies nicht tun, ist der Verband genauso wie alle anderen verantwortlich", so Sensi. Er betonte, dass sein Klub in den nächsten Jahren verstärkt auf italienische und europäische Spieler setzen wird.
Auch in Udine wird ermittelt
Nicht nur die römische Staatsanwaltschaft ermittelt wegen gefälschter Pässe. Auch die Staatsanwaltschaft von Udine führt eine Untersuchung gegen sieben Klubs der italienischen Serie A durch. Unter Verdacht stehen Udinese, Bari, Parma, Napoli sowie die Mailänder Vereine Inter und AC Milan. Die prominentesten betroffenen Spieler sind die Brasilianer Aldair, Cafu (beide Roma) und Amoroso (Parma), die Argentinier Chamot, Guglielminpietro (beide Milan), Almeyda (Parma) und Zanetti (Inter) sowie Recoba aus Uruguay (Inter).
