Stronach: „Der Haan muss Meister werden“

Der Austria-Mäzen spricht im NEWS-Interview über Hochhauser und Haan, eventuelle Spielereinkäufe und über seine Einflüsterer.
NEWS: Was sind Ihre Motive für den Trainerwechsel?
Stronach: Ich habe Respekt vor Heinz Hochhauser als Person, und er hat die Kündigung sehr professionell, mit Klasse, entgegengenommen. Ich habe zu ihm gesagt: Pass auf, Heinz, ich komme direkt auf den Punkt. Ich wollte es zuerst mit einer österreichischen Lösung versuchen. Aber die Fußballer sind ja alle ein bisschen Künstler, für die braucht man als Trainer sehr viel Erfahrung. Für einen, der selbst kein berühmter Fußballer war und noch keine Mannschaft zum Champion gemacht hat, ist es natürlich sehr schwer. Außerdem habe ich das Gefühl gehabt, dass die bisherige Aufgabenteilung zwischen Trainer und Sportmanager keine ideale Lösung war. Und wenn man dieses Gefühl hat, dann soll man einen Wechsel durchführen – je früher, desto besser.
NEWS: Hätte Hochhauser bei den vielen neuen Spielern im Kader nicht mehr Geduld verdient?
Stronach: Man trifft eine solche Entscheidung nicht gerne, besonders dann nicht, wenn jemand einen so guten Charakter hat wie der Heinz. Aber der Profisport ist hart, das ist kein Sozialverein. Jeder weiß, wenn irgendetwas nicht funktioniert, muss der erste Mann vorne die Verantwortung übernehmen und auch die Konsequenzen tragen.
NEWS: Muss Haan den Meistertitel holen?
Stronach: Der Arie ist jetzt erst gekommen, heuer geht sich das wahrscheinlich nicht mehr aus. Er hat jetzt eineinhalb Jahre Zeit, um die vorgegebenen Ziele zu erreichen. Aber im nächsten Jahr muss er Meister werden, denn sonst wäre ich nicht zufrieden.
NEWS: Dann würden Sie den nächsten Trainer holen?
Stronach: Ja, natürlich. Ich weiß allerdings, dass wir noch mehr Geld ausgeben müssen, um die Mannschaft zu verstärken. Der beste Trainer kann nichts ausrichten, wenn die Mannschaft nicht gut genug ist.
NEWS: Werden Sie einen internationalen Topstar holen?
Stronach: Das muss ich zuerst mit Arie besprechen. Wir haben in den nächsten Monaten genug Zeit, um uns nach neuen Spielern umzusehen. Ich bin jedenfalls bereit, für den einen oder anderen internationalen Spitzenspieler sehr viel Geld auszugeben.
NEWS: Wäre es nicht ehrlicher gewesen, die Rochade auf der Trainerbank gleich nach dem Engagement von Haan im Dezember vorzunehmen?
Stronach: Im Nachhinein ist man immer klüger. Aber ich wollte fair sein und habe gehofft, dass zwischen Hochhauser und Haan eine Zusammenarbeit möglich ist.
NEWS: Inwieweit lassen Sie sich von so genannten Einflüsterern beeinflussen? Zum Beispiel wird immer wieder Dr. Fani genannt.
Stronach: Natürlich hole ich mir bei verschiedenen Leuten Rat, aber ich bilde mir dann selbstverständlich meine eigene Meinung. Ich habe in meiner Jugend selbst Fußball gespielt, aber inzwischen ist viel Zeit vergangen. Und man braucht einige Zeit, um da wieder reinzufinden. Aber ich glaube, ich verstehe heute vom Fußballgeschäft wieder mehr als noch vor ein, zwei Jahren.
Die Stronach-Story und ein Hochhauser-Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS.
