Comeback von Michael Jordan?

Als Präsident der NBA-Gurkentruppe Washington Wizards muss Michael Jordan ungewohnte Rückschläge einstecken. Jetzt plant er möglicherweise ein Comeback als Spieler und hat einen alten Bekannten im Schlepptau.
Amerikas Basketball-Fans fiebern neuen Höhenflügen von Megastar Michael Jordan entgegen. Der Präsident der Washington Wizards, der erst im Februar die Chancen zur Beendigung seines Ruhestandes mit "weniger als ein Prozent" beziffert hatte, soll mittlerweile seine Meinung geändert und vor wenigen Tagen das Training wieder aufgenommen haben. Nach einem Bericht der Zeitschrift "Sports Illustrated" plant "Air" Jordan für die kommende Saison sein Comeback in der Profiliga NBA.
Im "Marschgepäck" Jordans soll sich der vor einem Jahr zurückgetretene Charles Barkley befinden. In der letzten Woche wurde "Sir Charles" viermal im "Gainey Village Health Club & Spa" in Scottsdale, Arizona, beim gemeinsamen Basketballtraining mit Jordan gesehen.
Sonderregelung für Jordan?
Noch hält sich Jordan mit offiziellen Kommentaren bedeckt, doch schon seit Wochen wird spekuliert, dass der beste Basketballspieler aller Zeiten durch seine Rückkehr den Wiederbelebungsprozess der in den Tabellen-Niederungen dümpelnden Wizards initiieren möchte. Die rechtlichen Barrieren - nach den Statuten der NBA dürfen Offizielle des Vereins nicht im Kader auftauchen - könnte die seit Jordans Rücktritt vor knapp zwei Jahren mit eklatantem Zuschauerschwund kämpfende Liga durch eine unbürokratische Sonderregelung aus der Welt schaffen. Schwerer dürften die persönlichen Probleme des mittlerweile 37-Jährigen wiegen - Jordan hatte seiner Frau versprochen, sich mehr um die Erziehung seiner Kinder zu kümmern.
"Sir Charles" im Schlepptau
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge würde sich der Wizards-Clubchef im nächsten Jahr nur das NBA-Minimumsalär von einer Million Dollar genehmigen, um das Gehaltsgefüge des Vereins nicht zu belasten. Der als TV-Kommentator tätige Barkley ("Wenn etwas Außergewöhnliches passiert, beende ich meinen Ruhestand") hat sich offensichtlich ebenfalls bereit erklärt, für diese Summe aufzulaufen. Hintergrund: Multimillionär "Sir Charles" blieb in seiner schillernden Karriere der ersehnte Titel verwehrt.
Michael Jordans Agent David Falk spielte die Angelegenheit in einem Interview mit dem "Boston Globe" noch herunter: "Michael hat sich in seinem letzten Spiel mit dem entscheidenden Wurf zum Titelgewinn verabschiedet. Wie will er das noch toppen?"
Dennoch gibt es genug Gründe für ein drittes Comeback des bekanntesten Sportlers der Welt. Der Eishockey-Fan, der sich erst vor kurzem beim NHL-Club Washington Capitals einkaufte, verfolgte mit Begeisterung die umjubelte Rückkehr von "Super Mario" Lemieux. Zudem wurde die Spielernatur Jordan schon immer von der Herausforderung getrieben, es seinen jüngeren Nachfolgern zu zeigen.
Dürfen sich also Kobe Bryant, Allen Iverson und Co. in diesem Herbst warm anziehen? Die Chancen stehen nach Ansicht eines fachkundigen Beobachters im Trainingszentrum von Scottsdale gut. Dessen Urteil: "Jordan hat sein Übergewicht verloren. Er sieht aus wie 25."
Dienstag-Ergebnisse der NBA
Toronto Raptors - Milwaukee Bucks 97:101
Atlanta Hawks - Vancouver Grizzlies 109:99
New York Knicks - Cleveland Cavaliers 98:79
Orlando Magic - Sacramento Kings 108:114 n.V.
Dallas Mavericks - New Jersey Nets 122:98
Houston Rockets - Indiana Pacers 127:118 n.3.V.
Seattle SuperSonics - Portland Trail Blazers 99:90
Los Angeles Lakers - Boston Celtics 112:107
